Meinung: Planungen für „Winsen 2030

von Olga Bock
Für die Winsener Innenstadt soll ein Stadtentwicklungskonzept unter breiter Beteiligung der Bürger erstellt werden. Die erste Auftaktveranstaltung hat bereits stattgefunden.
Angesichts leerer Kassen muss man sich natürlich fragen, ob die Planungskosten jetzt unbedingt sein müssen. Tatsache ist allerdings, dass Stadtentwicklungsplaner schon in der Vergangenheit Pläne für die Stadt entwickelt haben, allerdings für die gesamte Stadt. Jetzt soll es nur die Innenstadt sein. Vielleicht besteht diesmal aber die Möglichkeit, die Ergebnisse der bereits vorhandenen Konzepte einfließen zu lassen:

    1. Das Radverkehrsentwicklungskonzept aus dem Jahre 2009, das leider in einer Schublade verschwand und nur in ganz wenigen Punkten umgesetzt wurde,
    2. das Klimakonzept und
    3. der Lärmaktionsplan sagen eindeutig aus,
  • dass der Radverkehr gefördert werden sollte. Daher sollte das für die Zukunft, für das Projekt Winsen 2030 an erster Stelle stehen.

Erkannt wurde von den Projektleitern, genau wie von den Planern in den Jahren zuvor, dass Winsens Schwachstelle die Bahnlinie ist, die die Stadt teilt. Brücken und Tunnel verbinden beide Teile – aufgezeichnet bei der Auftaktveranstaltung mit den beiden Dreiecken, deren Spitzen sich auf der Bahntrasse trafen.
Für den Radverkehr bedeutet das, dass der Teil des Radverkehrsentwicklungsplans zügig umgesetzt werden sollte, der einen beidseitigen Radstreifen durch den Autotunnel (Luhdorfer Straße) vorsieht.
Für den touristischen Radler sollte der Luhe-Radweg, vom Krankenhaus beginnend bis zur Stadtmitte, mit Leuchtmitteln und Bänken zum Verweilen versehen werden. Dieser wassernahe Bereich ist einer der schönsten auf die Stadt Winsen: mit Blick auf das Schloss und den Kirchturm.
Der Schlossteich sollte in jedem Winter – vielleicht von der Feuerwehr – in eine Eisbahn verwandelt werden, denn er liegt einfach zentral. Auch hier muss eine entsprechende Beleuchtung gewährleistet werden.
Der Schlossplatz sollte unbedingt mit Leben gefüllt werden. Ich war und bin dagegen, dass man den Markt verlegt hat, denn er gehört auf den Schlossplatz. Zusätzlich sollen Blumenkästen in größerer Art, die jederzeit mit einem Gabelstapler zur Seite gerückt werden können, den Platz aufbrechen. Eine kleine verschließbare Radabstellanlage sollte mit einer Gepäckabschließanlage kombiniert werden, die in Wabenform durchaus ansehenswert sein kann. Es gibt da unterschiedliche Modelle, es könnte natürlich auch eine „Schloss“-Anlage sein, mit Bezug auf unser Schloss.
Die Bahnhofstraße vom Bahnhof beginnend bis zur Hefter-Kreuzung sollte endlich zu einer Fahrradstraße werden: Beidseitige Radstreifen werden entfernt, die Höcker platt gemacht und die Fahrradstraße ausgeschildert – Autos sind erlaubt, Radfahrer haben aber Vorrang.
Anders im Bereich Marktstraße bis Deichstraße: hier sollte es sich um einen gleichberechtigten Bereich aller Verkehrsteilnehmer handeln, sollte man sich nicht vom Autoverkehr trennen wollen. Dieser relativ kurze Bereich eignet sich für einen „Shared Space“, in denen alle Verkehrsteilnehmer den Straßenraum gleichberechtigt nutzen.
Die Eckermannstraße mit ihren vielen Schulen, Kindergärten und Turnhallen sowie der Schwimmhalle in der Verlängerungsstraße Bürgerweide, sollte bis 2030 ebenfalls zur Fahrradstraße umgewandelt werden.
Um eine gefahrlose Überquerung des Schlossrings für Fußgänger zu garantieren, sollten in der Mitte Überquerungsinseln geschaffen werden, wie es z.B: Buchholz vorsieht.
Das Allerwichtigste aber ist, dass endlich das sehr gute Radverkehrsentwicklungskonzept umgesetzt wird!

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