Fahrverbot auf Wochenmarkt

von Olga Bock

Rechtslage: Fahrräder in Fußgängerzonen

In einer Fußgängerzone hat ein Radfahrer nur in Schrittgeschwindigkeit zu fahren und das ist sehr langsam, 6  8 Stundenkilometer. Natürlich hat er nicht mit Klingeln den Fußgänger zu scheuchen, da der Fußgänger „Vorfahrt“ hat – Fußgängerzone!
Selbstverständlich kann eine Fußgängerzone für Fahrzeuge aller Art gesperrt werden, das gilt dann auch für Radfahrer und Autofahrer. Um zu garantieren, dass Autos und Lieferwagen die Geschäfte beliefern können, wird eine Zeit auf den entsprechenden Schildern angegeben, in der die Geschäfte angefahren werden dürfen. In dieser Zeit dürfen dann auch Radfahrer die Fußgängerzone in Schrittgeschwindigkeit befahren – so in Lüneburg.
Ein Foto im Wochenblatt vom zeigte eindeutig 2 fahrende Radfahrer und 1 fahrendes Auto. Hierbei handelt es sich wohl um einen Anwohner. Das ist der entscheidende Punkt hier in Winsen: lässt man einen Anwohner mit dem Auto in Schrittgeschwindigkeit die Fußgängerzone befahren, hat man nicht die Möglichkeit, einem Radfahrer die Fahrt in Schrittgeschwindigkeit zu verbieten. Damit hat der im Artikel zitierte Vater recht, nicht absteigen zu wollen. Recht hat er aber nicht in dem Punkt, sich mit Klingeln Platz verschaffen zu dürfen.

Ein Vorschlag zur Güte

Fußgängerzonen werden eingerichtet, um stressfrei, ohne störenden Verkehr, einkaufen zu können. Deshalb gibt es in den meisten Fußgängerzonen ein allgemeines Fahrverbot, was ich auch für richtig erachte. Erlaubt man aber Anwohnern, wie hier in Winsen, die Zone zu befahren, kann man den gleichberechtigten Radfahrer nicht einseitig ausschließen.
Mein Vorschlag für ein Schild:

Wochenmarkt, Radfahrer bitte das Rad schieben

Rücksicht“ heißt das Zauberwort und das ist von allen umzusetzen.

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