Erbs-Grünkohl-Salat

Erbs-Grünkohl-Salat

Veggie Day

von Eike Harden.

Vor nur wenig mehr als sechs Jahren hat die GRÜNE Bundestagsfraktion die Umsetzung eines Veggie Day beschlossen. (Den Beschluss können Sie hier nachlesen.) Inzwischen hat sich die Bundespartei von der Forderung eines fleischfreien Donnerstags verabschiedet, dessen Durchsetzung noch Teil des letzten Bundestagswahlprogramms war.

Aber: In vielen Städten, darunter besonders Bremen, gilt nach wie vor das Gebot Donnerstag ist Veggietag! – Bremen war einst die erste Stadt, die auf Initiative auch der örtlichen GRÜNEN einen Veggie Day eingeführt hatte.

Was hat man uns GRÜNEN deswegen nicht alles vorgeworfen! „Genussfeindlich“ sollen wir beispielsweise sein. Als könnten fleischlose Gerichte kein Genuss sein… Natürlich können sie – sogar ein Hochgenuss. Vielleicht aber nicht in Kantinen und Mensen? Das lassen wir mal offen. Passend zum sollen hier einige vegetarische Rezepte folgen: Hochgenuss, ganz ohne Fleisch, und mit zu dieser Jahreszeit aus regionalem Anbau erhältlichen Zutaten (zumindest weitgehend: auf Pfeffer z. B. wollen wir allerdings nicht ganz verzichten).

Menüfolge

Vielleicht ist Ihnen die Menüfolge zu pilzlastig, denn sowohl die Kartoffelsuppe als auch der Toast verwenden Pilze. Die Suppe schmeckt gleichwohl auch ohne Pfifferlinge (oder mit anderen Pilzen). Vielleicht haben Sie auch Vorbehalte gegenüber den weithin erhältlichen getrockneten Pilzen aus Osteuropa – dafür lassen sich Alternativen finden. Denn: Pilze sind neben Käse die einzige heimische vegetarische Quelle für Vitamin D, das wiederum das Immunsystem auf Vordermann bringt.

Was die Mengenangaben angeht: Nehmen Sie es nicht zu genau. Meistens können Sie selbst viel besser einschätzen, wie groß der Hunger Ihrer Tischgenossen ist und natürlich sollten Sie für eine Vorspeise weniger Zutaten nehmen als für eine ganze Mahlzeit. Das Rezept für Kartoffelsuppe ist so umfangreich gewählt, dass sie für 6 Personen leicht ausreichen kann – vielleicht bleibt dann immer noch etwas übrig. Wenn Sie hingegen Suppe so lieben wie ich, haben Sie hier eine Mahlzeit für nur 1 Person, aber an 2 Tagen. Oder nehmen Sie die Angaben für die Zwiebeln: 1 Zwiebel kann sehr verschieden groß und schwer sein! Wie gesagt: Passen Sie es Ihren Bedürfnissen an und nehmen Sie die Rezepte nur als Richtlinie.

Und natürlich können Sie jedes Gericht einzeln anbieten oder mit anderen Speisen kombinieren!

  1. Vorspeise
    Altdeutsche Kartoffelsuppe
  2. Hauptgang
  3. Dessert
    Apfelpfanne mit Rosinen

Vorspeise: Kartoffelsuppe

Zutaten

  • 700 g Kartoffeln (am besten gehts mit mehligkochenden), geschält und in kleine Würfel geschnitten
  • 3 dicke Wurzeln (Karotten, Möhren, Mohrrüben), geschält und in kleine Würfel geschnitten
  • 1 Stück (Knollen-)Sellerie, geschält und in kleine Würfel geschnitten
  • Butter (oder entsprechend viel Pflanzenöl; ich nehme am liebsten Butterschmalz) zum Braten
  • 1,5 l (Gemüse-)Brühe
  • 2 Zwiebeln, davon 1 in feinen Würfeln und 1 im Ganzen (aber selbstverständlich geschält), diese gespickt mit:
  • 1 Blatt Lorbeer und
  • 1 Gewürznelke
  • 1 Stange Porree (Lauch), gewaschen, von der äußeren Lage befreit und in feine Scheiben geschnitten
  • 125 ml Sahne (nach persönlichem Geschmack und Grad des Vegetarismus: Crème fraîche, Joghurt, Hafersahne, Sauerrahm …)
  • Salz, Pfeffer, Majoran (gerebelt), Muskatnuss (gerieben) zum Würzen
  • 200 g Pfifferlinge

Zubereitung

  1. Kartoffel-, Wurzel- und Selleriewürfelchen in etwas zerlassener Butter andünsten.
  2. Brühe dazugeben, die gespickte Zwiebel hineingeben, aufkochen und zirka 10 MInuten weiter kochen lassen.
  3. Danach die Porreescheibchen hinzufügen und noch einmal 10 Minuten weiter kochen lassen.
  4. Zwiebel entfernen samt Lorbeerblatt und Nelke.
  5. Einen Teil (zirka 1/3) der Kartoffelwürfel abschöpfen und pürieren, mit Shane verrühren, dann das Püree in die Suppe zurückgeben und wieder erhitzen, köcheln lassen.
  6. Butter in einer Pfanne auslassen, Zwiebelwürfel und Pilze darin anbraten, alles nach zirka 5 Minuten in die Suppe geben und noch etwas ziehen lassen.

Hauptspeise: Wald-Toast

Zutaten

  • 500 g Pilze (ich nehme am liebsten Steinpilze)
  • 2 Zwiebeln, in kleinen Würfeln
  • Butter oder anderes Fett zum Braten
  • Salz und Pfeffer zum Würzen
  • 6 Scheiben Toastbrot (wenn Sie auf Ihre Gesundheit achten wollen: Nehmen Sie die Vollkorn-Variante mit Körnern!)
  • 6 Eier
  • 6 Scheiben Käse zum Überbacken

Zubereitung

  1. Den Backofen vorheizen.
  2. Pilze und Zwiebelwürfel in Butter dünsten, dann salzen und pfeffern.
  3. Derweil das Brot rösten, gerne mit etwas Butter bestreichen.
  4. Eier in einer heißen, etwas eingefetteten Pfanne aufschlagen und Spiegeleier daraus zubereiten.
  5. Auf dem Backblech das Toastbrot anrichten, jeweils Pilze, ein Spiegelei und schließlich 1 Scheibe Käse darauf anrichten, in den Ofen schieben.
  6. Sobald der Käse den gewünschten Grad von Bräunung und Zähflüssigkeit erreicht hat, aus dem Ofen nehmen und heiß servieren.

Beilage: Maronen-Kartoffelpüree

Zutaten

  • 500 g mehligkochende Kartoffeln, geschält und in kleine Stücke geschnitten
  • 500 g Maronen, ganz, geschält und gekocht
  • 75 ml Sahne (nach Geschmack auch: Hafersahne, Joghurt …)
  • 100 g (oder weniger) Butter (in diesem Fall sollte es des Geschmacks wegen wirklich Butter oder ein Pflanzenöl sein, dass Sie sehr gerne mögen)
  • Salz und Pfeffer zum Abschmecken, womöglich weitere Gewürze (Muskatnuss?!)

Zubereitung

  1. Kartoffeln weich kochen, abtrocknen und pürieren.
  2. Maronen mit der Sahne zusammen pürieren.
  3. Kartoffelpüree, Maronenpüree und Butter mischen, noch einmal aufwärmen.
  4. Würzen und heiß servieren.

Salat: Warmer Erbsen-Grünkohl-Salat

Achtung! Die Zubereitung braucht mindestens 14 Stunden, eher noch mehr, wobei die meiste Zeit mit Warten zugebracht wird. Fangen Sie also einen Tag früher damit an.

Zutaten

  • 250 g getrocknete Erbsen
  • 200 g Grünkohl, von allen dicken Rippen befreit, womöglich blanchiert, in sehr feine Stücke oder Streifen geschnitten
  • 250 g Wurzeln (Möhren, Mohrrüben, Karotten), in sehr dünnen Scheibchen
  • 6 TL Apfelessig (manche mögen auch gerne Zitronensaft oder eine Mischung)
  • 2 TL Honig
  • Salz und Pfeffer zum Abschmecken
Erbs-Grünkohl-Salat

Erbs-Grünkohl-Salat

Zubereitung

  1. Die Erbsen 12 Stunden in reichlich kaltem Wasser einweichen.
  2. Erbsen abgießen, dabei etwas Einweichwasser beiseitestellen, und die Erbsen dann gründlich abspülen.
  3. Erbsen mit viel Wasser in einen Topf geben, das Wasser aufkochen und alles zugedeckt 30 Minuten kochen lassen.
  4. Die Erbsen danach noch 30 Minuten im warmen Wasser ziehen lassen, aber die Kochstelle ausschalten.
  5. Grünkohl und die übrigen Zutaten gut durchmischen und auch mit 2 EL Einweichwasser vermengen, dann mit Salz und Pfeffer abschmecken.
  6. Die noch warmen Erbsen zu dem Salat geben und noch einmal 30 Minuten ziehen lassen.

Dessert: Apfelpfanne mit Rosinen

Im mittelalterlichen französischen Kochbuch „Ménagier de Paris“ wurde ein ähnliches Rezept beschrieben, das eine Beilage zu den Fischspeisen an den Fastentagen ergeben sollte. Durch die Wahl der richtigen (süßen Dessert-)Äpfel und der Nüsse ergibt sich jedoch auch ein sehr leckerer Nachtisch.

Zutaten

  • 4 Äpfel (eine leckere Dessertsorte, z. B. Cox Orange), geschält und in kleinen Würfeln (die Apfelschalen machen sich gut in einem Salat!)
  • 250 g Rosinen (oder auch 125 g getrocknete, kleingeschnittene Feigen und 125 g Rosinen, oder die gleiche Menge anderer gemischter Trockenfrüchte)
  • 75 g grob gemahlene Nüsse (ich mag am liebsten Haselnüsse, aber eine Nussmischung ist sicherlich auch gut)
  • Wasser oder eine Mischung aus 200 ml Wasser und 150 ml Weißwein (bei Gelegenheit werde ich auch mal ein malziges Bier ausprobieren)
  • 3 EL Zucker (oder Honig)
  • 1 TL gemahlener Ingwer, 1 TL Zimtpulver, 1/4 TL gemahlene Nelken, 1/2 TL gemahlener schwarzer Pfeffer, 1 Prise gemahlener Safran (den Safran können Sie auslassen, wenn Sie gerade keinen zur Hand haben)

Zubereitung

  1. Apfelstücke und Rosinen in 350 ml Flüssigkeit weichkochen.
  2. Nüsse, Zucker und Gewürze hinzufügen, abschmecken, womöglich nachwürzen (auch mit Zucker, wenn es Ihnen nicht süß genug erscheint).
  3. Kaltstellen. Wenn Sie mögen: mit Schlagsahne servieren.

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