Bahnstrecke ungeeignet für Durchgangs-Güterverkehr

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Reaktivierung von Schienen für den öffentlichen Personennahverkehr – OHE bestätigt Sichtweise der GRÜNEN in Winsen und im Landkreis Harburg

Bei der Strecke Winsen – Salzhausen – Hützel handelt es sich um eine regionale Strecke, die aufgrund der starken Neigungen, engen Radien und der fehlenden Anbindung und Oberleitung auch nicht für den Durchgangsgüterverkehr geeignet ist.

Nach Einschätzung des Eisenbahnbetriebsleiters Sebastian Schülke von der Osthannoversche Eisenbahn AG (OHE) würde eine Wiederaufnahme des Personenverkehrs die Möglichkeiten des Güterverkehrs sogar einschränken. Derzeit fahren jährlich 600 Güterzüge auf der Strecke, davon regelmäßig montags, mittwochs und freitags je ein Zug pro Richtung. Bei der Strecke handelt es sich um eine regionale Strecke, die aufgrund der starken Neigungen, engen Radien und der fehlenden Anbindung und Oberleitung auch nicht für den Durchgangsgüterverkehr geeignet ist. Diesen hat es auf der Strecke auch noch nie gegeben. Grundsätzlich begrüßen wir natürlich eine Steigerung des Güterverkehrs auf der Schiene, da dies die Straßen von Lkw entlastet. Als regionale Strecke kann man jedoch nur die Güter befördern, die die Kunden, die an der Strecke liegen, benötigen beziehungsweise produzieren, so Schülke. Es fehlt der Bedarf, mehr Güter auf dieser Strecke zu befördern.
Einer Ausweitung des Personenverkehrs stehe die OHE positiv gegenüber; da dies die Umwelt entlaste und der Tourismusförderung diene. Bispingen mit seinen 235000 Gästeankünften jährlich ist bis heute bahnseitig nicht erschlossen, so Schülke. Für Pendler und Urlauber würde eine Bahnanbindung über Winsen nach Hamburg eine erhebliche Verbesserung darstellen.
Neben der Strecke Winsen – Hützel gehören 2 weitere Strecken im Kreis zu den 28 Linien, die für eine Wiederaufnahme des Personenverkehrs in Frage kommen. Dabei handelt es sich um die Verbindungen von Buchholz nach Maschen/Harburg und von Tostedt nach Zeven. Das niedersächsische Verkehrsministerium will hier mit 20 Kriterien die einzelnen Strecken prüfen. Zum Abschluss der Untersuchung sollen landesweit 6 bis 8 Strecken übrig bleiben. Die Ergebnisse der Bewertungen werden für das Frühjahr 2014 erwartet. Zum Verfahren gehört auch die Kostenermittlung für die Investitionen. Im Herbst sollen die Entscheidungen für die zu reaktivierbaren Strecken getroffen werden.
Der Kreistag des Landkreises Harburg hat sich auf Initiative der GRÜNEN einstimmig für die Prüfung ausgesprochen. Im Winsener Stadtrat haben nur die GRÜNEN und die LINKE für die Prüfung gestimmt. Auch die GRÜNEN Ortsverbände Winsen/Elbmarsch und Salzhausen/Hanstedt unterstützen die Prüfung der Reaktivierung.

Bernd Meyer

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