Veggie Day – Folge 3: Reif für die grüne Insel

von Eike Harden.

Die 3. Folge nimmt die Tatsache, dass morgen der Gedenktag des Heiligen Patrick ist, zum Anlass, einmal irische vegetarische Gerichte auszuprobieren – zumindest größtenteils: Das letzte Rezept ist ein sonntägliches Frühstück, das nicht irisch ist, ziemlich reichhaltig und – viel gesünder als das „Full Irish“ mit Rührei, gebackenen Bohnen, Bacon und gebratener Blutwurst.

Die Süßspeisen sind übrigens nicht nur vegetarisch – nein: Sie kommen sogar ohne Kartoffeln aus … (Womit wir ein weiteres Vorurteil über Irland zerstreut haben dürften.)

Die vegetarische Stärkung für den St. Patrick’s Day:

Irische Kartoffelsuppe

Diese Suppe wird dampfend und heiß serviert und mit reichlich Milchprodukten gemacht. Und wenn gerade kein Veggie Day ist, schmeckt sie auch mit einigen Stückchen Wurst ziemlich gut. Es soll auch Menschen geben, die Meeresfrüchte in diese Suppe geben, aber das ist nichts für mich!

Zutaten

  • Butter (oder anderes Fett) zum Braten
  • 2 mittelgroße Zwiebeln, fein gewürfelt, oder
  • 2 Stangen Porree, in dünnen Scheiben
  • 1,5 l Brühe oder Wasser und Milch (50:50 gemischt)
  • 1 kg mehligkochende Kartoffeln, geviertelt (oder auch geachtelt und so weiter, je nachdem wie fein Sie sie haben wollen und wie hart die Sorte nach dem Kochen ist – Sie sollten sie v. a. gut pürieren können.
  • Salz und Pfeffer zum Abschmecken
  • Sahne (Hafersahne für Veganer) und womöglich etwas frisches Grün zum Garnieren

Zubereitung

  1. Die Butter schmelzen, darin Zwiebel oder Porree andünsten und weich, aber nicht braun werden lassen.
  2. Brühe und Kartoffeln hinzufügen und köcheln lassen, bis die Kartoffeln weich sind. Alternativ können Sie die Kartoffeln auch in einem anderen Topf als Pellkartoffeln kochen, dann pellen und nur kurz in die Brühe geben. Was Sie vorziehen, hängt vermutlich davon ab, wie gut Sie Kartoffeln pellen können: Wenn Sie Übung darin haben, geht es vielleicht schneller als zu schälen.
  3. Mit Salz und Pfeffer würzen.
  4. Die Kartoffeln in der Suppe pürieren oder (das mache ich so, weil es einfach Spaß macht!) zerstampfen, alles gut durchrühren und mit einem Schuss Sahne servieren.

Colcannon

Colcannon ist vielleicht das irischste aller Gerichte, sicherlich jedoch das irischste vegetarische. Es ist so irisch, dass es sogar in den Farben der Republik erstrahlt: Grün der Kohl, weiß die Milch und orange die Kartoffeln (naja, eher gelb …). In diesem Sinn: „Eat me, I’m Irish“

Zutaten

  • 1 kg mehligkochende Kartoffeln
  • 250 g Grünkohl, ohne dicke Rispen und fein gehackt (eine alternative Variante verwendet Weißkohl und Frühlingszwiebeln – für viele Iren ist das mehr Glaubens- als Geschmackssache, für uns ist die Grünkohl-Variante die richtige für den März)
  • 250 ml heiße Milch oder sehr kräftige heiße Brühe (ich habe die milchlose Variante noch nicht probiert; vielleicht gehen auch Soja-, Hafer- oder Mandelmilch)
  • Butter (oder Hafersahne)
  • Salz und Pfeffer

Zubereitung

  1. Kartoffeln gar kochen, vorsichtig abtrocknen (lassen), dann pürieren. Die Kartoffeln trocknen zu lassen, geht am besten, indem man sie vorsichtig auf ein Geschirrtuch legt und dort ein wenig liegen lässt.
  2. Grünkohl vorsichtig blanchieren: Nur so lange kochen, dass er gerade eben weich ist und dann sofort unter kaltem Wasser abschrecken. Für alle Gesundheits- und Geschmacksbewussten: Beim Kochen gehen viel Geschmack und gesunde Inhaltsstoffe in das Kochwasser über, dass Sie aber jetzt wegschütten, wenn Sie diesem Original-Rezept folgen. Ich selbst koche daher den sehr fein gehackten Grünkohl in so wenig Wasser, dass er nur eben im Topf damit bedeckt ist, pelle unterdessen die Kartoffeln, füge sie hinzu, sobald der Grünkohl die richtige Konsistenz hat und gieße, während ich die Kartoffeln zerstampfe langsam Milch an, bis die gewünschte Zähigkeit erreicht ist. Aber das überlieferte Originalrezept geht anders, und zwar nach dem Blanchieren des Kohls so:
  3. Überschüssiges Wasser aus dem Kohl drücken und mit der Milch zusammen pürieren.
  4. Kartoffel- und Kohlpüree vorsichtig miteinander vermengen, mit Salz und Pfeffer würzen und wieder aufwärmen.
  5. Mit mehr Butter servieren.
Colcannon

Colcannon. In Ordnung – er strahlt nicht wirklich, schmeckt aber umso besser!

Rosinenbrot

Im County Galway, ganz im Westen Irlands, liegt die Abtei Kylemore, ein Kloster der Benediktinerinnen. Jedes Jahr am , wird dort eines dieser Brote geweiht, weshalb man es dort auch als geweihtes Brot („blessed bread“) kennt.
Die reichlich merkwürdigen Maße kommen daher, dass es sich um englische Maße handelt. Wie sagt das Sprichwort? – „Schief ist Englisch und Englisch ist modern.“

Zutaten

  • 450 g Mehl (nehmen Sie ruhig Vollkornmehl)
  • 1 TL Salz
  • 1 TL Natron oder Backpulver
  • 55 g Zucker
  • 110 g Rosinen
  • etwa 350 ml Buttermilch (oder saure Milch)

Zubereitung

  1. Mehl, Salz und Natron in eine Schüssel sieben.
  2. Zucker, Rosinen und so viel Buttermilch hinzufügen, dass ein zäher Teig entstehen. Diesen leicht kneten und auf einem mit Mehl bestäubten Brett in die gewünschte (im Original: elliptische) Form bringen.
  3. Das Brot oben kreuzförmig (oder versuchen Sie doch mal eine Sonnenblume!) einschneiden und auf einem mit Mehl bestäubten Backblech (Sie können auch Backpapier verwenden, aber grüner ist es ohne) in den auf 200° vorgeheizten Ofen schieben.
  4. Nach 45 Minuten prüfen, ob das Brot gar ist: Klopfen Sie auf den Boden, muss es hohl klingen.

Trockenfruchtkompott

Das Kompott wird im Winter in Landgasthöfen gerne einmal zum Frühstück serviert. Es ist mit Sicherheit gesünder als gebratene Blutwurst und stellt eine gute und leckere Möglichkeit dar, Vitamine zu sich zu nehmen. Wenn Sie aber zum Frühstück etwas Anderes essen wollen, dann schmeckt dieses Rezept auch zum Nachtisch ziemlich gut.

Zutaten

  • 100 g Rosinen
  • 100 g getrocknete Pflaumen, in kleinen Stücken (klebrige Trockenfrüchte schneiden Sie am besten mit einem Messer, dessen Klinge Sie nass halten)
  • 300 g getrocknete Aprikosen, in kleinen Stücken
  • 200 ml Wasser
  • 1/2 TL Piment oder eine Gewürzmischung (Zimt, Kardamom, Koriander)
  • die Schale von 1 unbehandelten Orange, in kleinen Stücken (alternativ nehmen Sie etwas Orangeat)
  • 100 g Mandelsplitter (als Deko)
  • (wenn Sie mögen:) 2 cl trockener Sherry
Trockenfruchtkompott

Trockenfruchtkompott

Zubereitung

  1. Früchte in eine Schüssel füllen und gut mischen.
  2. Wasser mit Gewürz und Orangenschale (und Sherry?) erhitzen und heiß über die Früchtemischung gießen.
  3. Über Nacht in den Kühlschrank stellen oder wenigstens eine Zeit lang abkühlen lassen.
  4. Mit Mandelsplittern dekorieren.
  5. Pur oder mit Joghurt, Sahne, Porridge genießen.

Luxus-Sonntagspfannkuchen

Bei diesem Rezept bekommen wir es mit Buchweizen-Pfannkuchen zu tun. Sie können sie genauso gut schon am Sonnabend essen, wenn Sie am Sonntag lieber Toastbrot haben (oder was auch immer).

Zutaten

  • 3 Eier
  • 125 g Buchweizenmehl (wenn Sie glutenfrei essen wollen; wenn Sie nicht darauf angewiesen sind, geht auch Weizenmehl)
  • 1 TL Honig
  • 1 Prise Natron oder Backpulver (ruhig großzügig)
  • 140 ml Milch
  • Salz
  • Butter (oder anderes Fett) zum Braten
  • Äpfel, in mundgerechten Würfeln
  • Zimt und Zucker
  • etwas Sahne

Zubereitung

  1. Eier aufschlagen und trennen.
  2. Eigelb mit Mehl in eine Schüssel geben, Honig, Natron und Salz hinzufügen, gut durchmischen.
  3. Langsam Milch dazugeben, bis ein glatter Teig entsteht. (Dieser Teig kann über Nacht stehen bleiben, so dass Sie weniger Arbeit haben, wenn Sie die Pfannkuchen zum Frühstück essen möchten.)
  4. Eiweiß in einer weiteren Schüssel steif schlagen und vorsichtig unter den Teig heben. (Das sollten Sie erst am nächsten Morgen machen, weil sonst vielleicht der Eischaum zusammenfällt!)
  5. Die Pfannkuchen in einer Pfanne in etwas zerlassener Butter von jeder Seite 2 bis 3 Minuten braten.
  6. Die Apfelwürfel ebenfalls in zerlassener Butter mit einer Prise Zimt und Zucker goldbraun anbraten.
  7. Äpfel von der Kochstelle nehmen, etwas Sahne darunterheben und zwischen die Pfannkuchen schichten.

Verwandte Artikel