Aus dem Landtag: Rede zu Tempo 30

Rede von Maaret Westphely zu einem Antrag der FDP zum Modellversuch Tempo 30, um den sich Winsen bemüht (Berichte dazu hier und hier).

Rede

CDU und FDP reden hier die ganze Zeit nur von Einschränkungen und Verboten. Ich sehe das anders: Tempo 30 ist ein Gebot zum Schutz von Leben! Und das ist für uns das wichtigste.

Der Modellversuch steht auf 3 Säulen: Sicherheit, Lärm und Emissionen. In puncto Sicherheit und Lärm ist es unstreitig, dass Temporeduzierung Verbesserungen bringt. In Bezug auf die Emissionen gibt es widersprüchliche Ergebnisse – in Bezug auf Stickoxide, Feinstaub, CO2. In Berlin konnten aber deutliche Reduzierungen erzielt werden. Ein Grund, sich das genau anzuschauen. Wir sind der Gesundheit der Menschen in den Städten verpflichtet und deshalb ist es unsere Pflicht rauszuholen, was geht.

Was ich ja spannend finde: Niedersachsen ist die Heimat der Tempo-30-Zonen. Nach der kontroversen Debatte in den 70er- und 80er-Jahren wurde die erste Tempo-30-Zone in Deutschland als Modellversuch 1983 in Buxtehude eingeführt.

Ich habe den Eindruck, die FDP ist ungefähr in dieser Zeit hängen geblieben. Wir erinnern uns zum Beispiel an die Aktuelle Stunde zum Thema Spaß beim GTI-Fahren. Das ist nach meinem Geschmack ungefähr, als würde [die FDP] das Faxgerät mit einer Werbekampagne wiederbeleben wollen.

Inzwischen sind diese Zonen gesellschaftlicher Konsens. Und das aus gutem Grund: sie gewähren mehr Sicherheit für die schwächeren Verkehrsteilnehmer. Denn je geringer die Geschwindigkeit, desto geringer auch die Unfallgefahr – egal ob im Wohngebiet oder an der Hauptverkehrsstraße. Ab Tempo 30 steigt die Unfallschwere dramatisch an. Das war auch der Hintergrund für die Bund-Länderinitiative für Tempo 30 vor Kitas und anderen sensiblen Einrichtungen.

Die Menschen wollen aber nicht, dass ihre Kinder nur vor der Schule sicher sind, sondern dass sie auch auf dem Weg zur Schule und zum Kindergarten sicher sind. Das ist der wichtigste Grund, warum wir weiter daran arbeiten, die Straßenverkehrsordnung so zu ändern, dass ihr höchstes Ziel sein muss, die schwachen Verkehrsteilnehmer zu schützen.

Aber nach wie vor halten sich Widerstände und Vorurteile: Die Leistungsfähigkeit der Straße wird eingeschränkt durch Tempo 30 – falsch! Durch eine städtische volle Straße passen bei geringerer Geschwindigkeit genauso viele Autos durch. Grund ist der geringere Abstand zwischen den Fahrzeugen beim Fahren. (Sättigungsverkehrsstärke bleibt bei 2000 Kfz pro Stunde). Einschränkungen entstehen durch die Knotenpunkte und querende Autos, Radfahrer, Fußgänger – aber die wollen wir alle ja durchlassen. Das steht sogar im FDP-Antrag. Wenn Sie aber die Querungsmöglichkeiten nicht einschränken, wird ihre Forderung nach der Grünen Welle zu einer holen Phrase.

Zweites Vorurteil: Es dauert viel länger mit Tempo 30 durch die Stadt zu kommen – minimal! Sogar der ADAC hat bei Testfahrten auf einer 3,5 Kilometer langen Strecke eine etwa 2 Minuten längere Reisezeit festgestellt, andere Tests lagen bei 0 bis 1 Minute – alles Ergebnisse, die nicht volkswirtschaftlich relevant sind. Deshalb könnten wir uns eigentlich einig sein: wir tun was für die Sicherheit und fördern Tempo 30, statt überflüssige ideologische Grabenkämpfe zu führen.

Das Bundesverkehrsministerium lehnt weitergehende Änderungen der Straßenverkehrsordnung (außer den gerade beschlossenen) ab mit der Begründung: das würde die Kommunen in ihrer Entscheidungshoheit beschränken. Aber Fakt ist doch: Das starre Korsett der Straßenverkehrsordnung beschränkt auch jetzt die Entscheidungsfreiheit der Kommunen. Das wollen wir ändern mit dem Modellversuch, der weitere Möglichkeiten und Argumente für Temporeduzierungen liefern soll.

Damit treffen wir den Nerv vieler Kommunen und vor allem vieler Betroffener, die unter Lärm und Schadstoffen leiden. Immer mehr Menschen wollen ihre Stadt für sich, nicht die Autos entwickeln – es geht um Lebensqualität! Das ist klare Rückmeldung, die wir vielfach erhalten. Deshalb bin ich der Überzeugung wir brauchen eigentlich viel mehr als Modellprojekt Tempo 30, was wir brauchen ist eine weitere Änderung der Straßenverkehrsordnung. Eine Änderung, die es den Kommunen und damit den Menschen vor Ort ermöglicht, selbst zu bestimmen, wie sie sich ihr Lebensumfeld wünschen.

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Veggie Day – Folge 10

von Eike Harden.

Noch einmal mit deutlicher Verspätung, aber die Grippe ist (hoffentlich) überstanden!

Frühlingszwiebel-(Kartoffel-)Suppe

Zutaten

  • 45 g Butter
  • 170 g Frühlingszwiebeln, fein gehackt
  • 1 Knoblauchzehe, fein gehackt oder zerdrückt
  • 450 g Kartoffeln, grob gewürfelt
  • Bouquet garni (ein Bund Petersilie, Thymian, Lorbeer)
  • 1,2 l Brühe
  • Salz und Pfeffer zum Abschmecken
  • 150 ml Sahne
  • Petersile, fein gehackt, zum Garnieren

Zubereitung

  1. Butter im Topf zerlassen und die Zwiebel und Knoblauch darin für etwa 5 Minuten glasig dünsten.
  2. Kartoffeln hinzufügen und bei kleiner Hitze für 10 Minuten weiter kochen, dann das Bouquet garni hinzufügen und mit der Brühe ablöschen, abschmecken und 40 Minuten köcheln lassen.
  3. Schließlich fein pürieren und wieder etwas erwärmen, aber nicht sieden lassen, mit Petersilie garniert servieren.

Käse und Pilze

Dieses Rezept ist eine freie Variation über das Hamburger „Rundstück warm“. Es verzichtet auf den Braten und fügt dafür etwas Käse zur Soße hinzu.

Zutaten

  • 4 Scheiben Toastbrot
  • 1 Zwiebel, fein gewürfelt
  • 1 Knoblauchzehe, fein gehackt oder zerdrückt
  • Butter
  • 230 g Champignons in Scheiben
  • 30 g Mehl
  • 280 ml Milch
  • 55 g Cheddar, fein gerieben (ich ersetze gerne die Hälfte davon durch eine klein gerissene Scheibe)
  • 1 El Sahne
  • Salz und frisch gemahlener Pfeffer
  • Petersilie, fein gehackt, zum Garnieren (optional)
Käse und Pilze

Käse und Pilze auf Toast

Zubereitung

  1. Die Brotscheiben toasten. Wer mag, kann sie mit Butter bestreichen.
  2. Zwiebel und Knoblauch in ausreichend Butter anschwitzen, dann Champignons hinzufügen. Mischung gleichmäßig auf die 4 Brotscheiben verteilen
  3. Mehl mit etwa 20 g zerlassener Butter verrühren, keine Klumpen bilden lassen! Dannlangsam unter Rühren die Milch hinzufügen, schließlich die Hälfte des Käses in der warmen Mehlschwitze auflösen.
  4. Die Mehlschwitze auf die 4 Scheiben verteilen, mit dem Rest Cheddar bestreuen und entweder servieren oder im Ofen überbacken (beides schmeckt gut; es geht tatsächlich auch ohne Überbacken, wie beim Rundstück warm!)

Spinat-Pilz-Salat mit Blauschimmelkäse-Dressing

Wenn man vom Schneiden und Hacken absieht, ist dieser Salat sehr schnell gemacht – und er schmeckt fantastisch!

Zutaten

  • 3 bis 4 El gutes Olivenöl
  • 2 Knoblauchzehen, in ganz kleinen Würfeln
  • 30 g Blauschimmelkäse
  • 1 El Weinessig (ich nehme am liebsten Rotweinessig)
  • 250 g Spinat, ohne Stengel und schön fein gehackt (am besten ist frischer Babyspinat, aber es geht auch die tiefgekühlte Variante, wenn man die Zeit bis zum nächsten Mai nicht mehr abwarten kann!)
  • 250 g Pilze (ich nehme meistens Champignons), in Scheiben
Spinat-Pilz-Salat

Spinat-Pilz-Salat mit Blauschimmelkäse-Dressing

Zubereitung

  1. Für das Dressing etwas Öl in einer kleinen Pfanne erhitzen und darin den Knoblauch nur kurz anschwitzen. Den Käse hinzufügen und rühren, bis die Mischung cremig ist. Nach und nach den Rest Öl und den Essig hinzufügen, dabei immer gut rühren.
  2. Spinat und Pilze vermischen, das warme Dressing darübergeben und alles gut mischen.

Digestive Biscuits (englische Verdauungskekse)

Zutaten

  • 200 g Mehl (das mir übergebene Originalrezept verlangt 170 g Vollkornmehl und 30 g weißes Mehl, aber ich nehme immer nur Vollkorn)
  • 30 g Haferflocken
  • 2 Tl Zucker (meine Meinung: optional)
  • 1 Tl Backpulver
  • 75 g Butter (Walnussöl ist eine sehr interessante Alternative!)
  • Milch zum Binden

Zubereitung

  1. Die trockenen Zutaten mischen, dann Butter hinzugeben und schließlich gerade so viel Milch, dass ein zusammenhaltender, aber zäher Teig entsteht.
  2. Den Teig flach ausrollen und kleine runde Plätzchen ausstechen oder schneiden (ungefähr 6 cm im Durchmesser). Wer sich das mehrfache Ausrollen ersparen will, kann aber ebenso gut quadratische Plätzchen zurechtschneiden.
  3. Für etwa 20 Minuten bei 150°C im Ofen backen.
  4. Wirklich vorsichtig sein: Die Kekse sollen nicht dunkel oder hart werden!

Honigkuchen

Dieser Honigkuchen ist sehr einfach gemacht, aber die Menge an Honig darin ist beachtlich! Eine vegane Abwandlung davon ist nur für diejenigen möglich, die noch Honig essen, aber: angesichts des Bienensterbens sind die Honigesser wohl die deutlich kleinere Gefahr für die Bienen als die industrialisierte Landwirtschaft, die riesige Mengen Futtergetreide benötigt und mit dem Einsatz von Neonicotinoiden erzielt. Merke: Wer Fleisch isst tötet mehr Bienen als wer Honig isst!

Zutaten

  • 110 g Butter
  • 225 g Honig
  • 2 Eier
  • 225 g Mehl
  • 1 Tl Backpulver
  • Salz, womöglich noch: Milch

Zubereitung

  1. Butter und Honig kräftig durcheinander rühren, die Eier steif schlagen und alles mit Mehl, Backpulver und Salz vermengen. Sollte der Teig sehr zähflüssig sein: Milch hinzufügen.
  2. Für 45 Minuten im Ofen bei 180°C backen.

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