Missstände in der Stadthalle Winsen gefährden Sicherheit und Kulturstandort

Pressemitteilung vomn 18.02.2026

Die Grüne Ratsfraktion in Winsen/Luhe sieht mit großer Sorge die aktuellen Entwicklungen rund um die Stadthalle. Ursprünglich als gesellschaftlicher und kultureller Mittelpunkt der Stadt und ihrer Umgebung konzipiert, wird die Stadthalle diesem Anspruch nach Einschätzung der Grünen seit geraumer Zeit nicht mehr gerecht. Aktuelle Berichte und dokumentierte Zustände werfen grundlegende Fragen zur ordnungsgemäßen und rechtskonformen Führung der Einrichtung auf.

Als Eigentümerin trägt die Stadt Winsen die Verantwortung für den professionellen Betrieb der Stadthalle auf Grundlage des bestehenden Pachtvertrags. Ziel dieser Vereinbarung ist es, den ordnungsgemäßen und sicheren Betrieb der kommunalen Veranstaltungshalle zu gewährleisten.

„Die von Nutzerinnen und Nutzern seit langem angesprochenen Mängel, die nun durch die veröffentlichte Mail von Frau Golly, Organisatorin des Musicals ‚Sternenstaub‘, konkret belegt wurden, zeigen eindeutig massive Versäumnisse“, erklären Manuela Bornhöfft und Ulrich Hahn, Vertreter der Grünen im Kulturausschuss. Beide begleiten die Diskussion um die eingeschränkte Nutzbarkeit der Stadthalle seit Jahren und haben mehrfach Gesprächsrunden mit Kulturschaffenden angeregt und initiiert. „Offenbar ohne nachhaltige Verbesserungen“, so Bornhöfft und Hahn weiter. Vor diesem Hintergrund stelle sich nun die dringende Frage, ob Regelungen des Pachtvertrags verletzt wurden.

Besonders alarmierend sind die dokumentierten hygienischen und organisatorischen Missstände. Bilder zeigen vermüllte Backstage-Bereiche mit Getränkedosen, schmutziger Wäsche, Möbeln und Zigarettenresten. In Garderoben befinden sich Betten, die offensichtlich genutzt werden. „Dieser Zustand weicht eklatant von jedem akzeptablen Standard ab. Wo bleibt die Steuerung durch die Verwaltung?“, fragt Manuela Bornhöfft.

Noch gravierender sind die sicherheitsrelevanten Hinweise: zugestellte Fluchtwege, fehlende Bestuhlungspläne sowie unklare Verantwortlichkeiten. „Hier geht es nicht um Komfort, sondern um die Sicherheit der Besucherinnen und Besucher. Es drängt sich die Frage auf, ob geltende Sicherheitsvorschriften überhaupt noch eingehalten werden“, betont Ulrich Hahn.

Margot Schäfer, Fraktionsvorsitzende der Grünen, sieht die Stadt klar in der Pflicht: „Die Stadt als Eigentümerin muss sicherstellen, dass geltendes Landesrecht eingehalten wird. Wenn offensichtliche Missstände trotz Kenntnis nicht behoben werden, ist das nicht nur ein organisatorisches Versagen, sondern potenziell auch ein rechtliches Problem.“

Die Folgen sind bereits deutlich sichtbar. Künstlerinnen und Künstler sowie Kulturvereine meiden die Stadthalle zunehmend. Veranstaltungen finden an anderen Orten statt oder werden gar nicht mehr geplant. Damit droht Winsen ein nachhaltiger Verlust an kultureller Attraktivität und Strahlkraft.

Die Grünen fordern die Stadtverwaltung daher auf,

  • die Missstände unverzüglich und vollständig aufzuklären,
  • die Einhaltung des Pachtvertrags konsequent zu überprüfen und durchzusetzen,
  • die Sicherheit und ordnungsgemäße Nutzung der Stadthalle sicherzustellen,
  • sowie dem Rat und der Öffentlichkeit transparent über die Ergebnisse und eingeleitete Maßnahmen zu berichten.

„Die Bürgerinnen und Bürger dieser Stadt haben – auch gerade nach der erfolgten millionenschweren Sanierung der Stadthalle –  ein Recht auf eine funktionierende kulturelle Infrastruktur und eine verantwortungsvolle Verwaltung kommunalen Eigentums. Es ist höchste Zeit, zu handeln – professionell, konsequent und im Interesse unseres Kulturstandorts“, erklären die Grünen abschließend.

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