Die Ratsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen hat einen Antrag zur Verbesserung der Verkehrssituation in der Niedersachsenstraße gestellt. Kernforderungen sind die vollständige Eingliederung der Straße in die angrenzende Tempo-30-Zone sowie die Abschaffung des Gehwegparkens zugunsten von Fahrbahnparken. Grundlage ist eine eigens durchgeführte Haustürbefragung unter Anwohner*innen – mit einem eindeutigen Ergebnis: Rund 90 Prozent der Befragten befürworten Tempo 30. Der Antrag wird am 2. Juni 2026 im Bau- und Verkehrsausschuss behandelt.
Unsicherheit ist Alltag auf der Niedersachsenstraße
Die Befragungsergebnisse zeichnen ein klares Bild: Fast alle Teilnehmenden bewerten die Straße als unsicher oder eher unsicher insbesondere für Kinder auf dem Schulweg. Nahezu alle Befragten beobachten regelmäßig, dass Fahrzeuge die erlaubten 50 km/h überschreiten oder riskant überholen. Viele Radfahrende geben an, auf der Fahrbahn zu wenig Raum zu haben und sich unsicher zu fühlen. Manche weichen deshalb auf den Gehweg aus. Etwa die Hälfte der Anwohner*innen schildert, dass der Verkehrslärm ihre Lebensqualität erheblich einschränkt.
„Die Zahlen sprechen für sich: Wer täglich auf der Niedersachsenstraße unterwegs ist, fühlt sich schlicht nicht sicher. Das ist kein Einzelproblem, das ist systematisch. Und es ist längst überfällig, das zu ändern.“ – Malte Tödter, Mitglied im Bau- und Verkehrsausschuss
Straßenstruktur macht Tempo 30 überfällig
Die Niedersachsenstraße liegt inmitten eines Wohngebiets, das bereits weitgehend als Tempo-30-Zone ausgewiesen ist. Die aktuelle Situation ist aus Sicht der Grünen verkehrspolitisch kaum zu rechtfertigen: An der Kreuzung mit der Eckermannstraße beginnt die Tempo-30-Zone kurz vor der Einmündung und endet unmittelbar danach wieder. Diese Regelung ist weder logisch noch sicherheitsförderlich ist. Dazu kommt, dass die Niedersachsenstraße an der Kreuzung mit der Dorotheenstraße als zentrale Verbindung von der östlichen Kernstadt zur Innenstadt dient und von vielen Schulkindern täglich zu Fuß oder mit dem Rad genutzt.
Bereits seit dem Jahr 2006 gibt es Initiativen verschiedener Parteien, um die Verkehrssituation in der Straße zu verbessern. Dass sich trotzdem bis heute nichts grundlegend verändert hat, macht deutlich: Es braucht jetzt eine verbindliche politische Entscheidung.
„Die Niedersachsenstraße ist de facto eine Wohnstraße mit einem Tempo-50-Schild. Das passt nicht zusammen. Die Umgebung ist Tempo 30 und die Straße muss es auch werden. Unsere Umfrage zeigt, dass die Anwohner*innen sich mehr Sicherheit wünschen und das seit Jahren fordern.“ – Luc Jan Hornstra, Ausschussvorsitzender Bau- und Verkehrsausschuss
Gehwegparken behindert schwächste Verkehrsteilnehmende
Neben der Geschwindigkeit ist das Gehwegparken ein zweites zentrales Problem. Viele Befragte berichten, dass parkende Fahrzeuge die verbleibende Gehwegbreite täglich einschränken und sie sich dadurch in ihrer Bewegungsfreiheit beeinträchtigt fühlen. Besonders betroffen: Menschen mit Kinderwagen, Rollstuhl oder Rollator, Sehbehinderte und Kinder. Die Grüne Ratsfraktion schlägt daher vor, das Parken von den Gehwegen auf die Fahrbahn zu verlagern und dabei den bestehenden Parkdruck in der Straße in einem neuen Konzept zu berücksichtigen.
Die konkreten Forderungen im Antrag
1. Die Stadtverwaltung prüft die Eingliederung der gesamten Niedersachsenstraße in die angrenzende Tempo-30-Zone.
2. Die Stadtverwaltung prüft die Aufhebung des Gehwegparkens unter Wiedereinführung des Parkens auf der Fahrbahn.
3. Sofern beide Maßnahmen verkehrsrechtlich möglich sind, werden sie umgesetzt.
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