„Die Folgen des Klimawandels betreffen uns alle. Und wie gut wir darauf vorbereitet sind, entscheidet sich auf kommunaler Ebene“, sagt Dr. Kathleen Schwerdtner Manez, Kreistagsabgeordnete von Bündnis 90/Die Grünen.
Heiße Sommer mit sogenannten tropischen Nächten – in denen die Temperatur nicht unter 20 Grad sinkt –, zunehmende Starkregenereignisse und sinkende landwirtschaftliche Erträge sind längst Realität im Landkreis Harburg.
Das Niedersächsische Klimagesetz verpflichtet Kommunen daher zur Klimafolgenanpassung. Landkreise müssen auf Basis von Risikoanalysen konkrete Anpassungskonzepte entwickeln und umsetzen. Ab dem 1. Januar 2027 wird dies verbindlich – inklusive Maßnahmen etwa zum Umgang mit Hitze und Starkregen. Das Land stellt dafür Mittel für eine volle Personalstelle sowie einmalig 50.000 Euro für die Konzepterstellung bereit.
Während benachbarte Landkreise wie Landkreis Lüneburg und Landkreis Stade bereits aktiv sind und eigenes Fachpersonal eingestellt haben, sieht Schwerdtner Manez den Landkreis Harburg im Rückstand. Neue Stellen seien nicht vorgesehen, die ab 2027 bereitgestellten Mittel flössen stattdessen in den allgemeinen Haushalt.
„Klimaschutz und Klimafolgenanpassung sind nicht dasselbe“, betont sie. „Während es beim Klimaschutz um Emissionsvermeidung geht, erfordert Klimaanpassung konkrete Strategien und Maßnahmen. Das kann man nicht einfach zusammenlegen.“ Zudem sei die zuständige Stabsstelle Klimaschutz bereits ausgelastet.
Schwerdtner Manez kritisiert: „Es ist sehr bedauerlich, dass hier nicht die richtigen Prioritäten gesetzt werden.“ Offen bleibt, wie das Land Niedersachsen ab 2027 auf die Verwendung der bereitgestellten Personalmittel reagieren wird.
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