Umstufungskonzept für Straßenzuständigkeiten durch den Verwaltungsausschuss gebilligt

Im Vorwege der Finanzierung der geplanten Ortsumgehung Luhdorf – Pattensen – Thieshope billigte der Verwaltungsausschuss der Stadt Winsen (Luhe) am 6. Mai 2020 mit sechs zu drei Gegenstimmen ein Umstufungskonzept der Straßen im Planungsraum der Ortsumgehung.

Mit den Gegenstimmen der Grünen wurde beschlossen, dass die bisherigen Landesstraßen L 234 und L 215 von Winsen über Luhdorf und Pattensen nach Thieshope zu Kreis- bzw. Stadtstraßen und die Kreisstraßen K 37 und K 8 vom Bahlburger Kreuz über Pattensen nach Scharmbeck zu Landesstraßen umgewidmet werden. Erst durch diese Maßnahme soll eine Finanzierung durch das Land Niedersachsen eventuell möglich werden.

Sicher ist allerdings, dass die Unterhaltungskosten für die zukünftigen Stadt- und Kreisstraßen im erheblichen Maße steigen werden. Im Vergleich zu der verkehrlichen Belastung der neuen Landesstraßen (Bahlburger Kreuz – Pattensen – Scharmbeck – BAB Winsen/West) nimmt die Route BAB Winsen/Ost – Radbrucher Str. – Bahlburger Kreuz – Pattensen – BAB Thieshope deutlich mehr LKW-Verkehr auf. Damit steigen naturgemäß auch die Instandhaltungskosten der Straßenbaulastträger.

Das Ziel, eine Verkehrsberuhigung in den besonders von Lärm und Verkehr betroffenen Ortschaften Pattensen und Luhdorf zu erreichen, ist weiter entfernt als zuvor, da die Zuständigkeit zum Land wechselt .

Beachtenswert: Diese Entscheidung ist ohne öffentliche Beteiligung getroffen worden.

Bisher dürften sich die öffentlich tagenden Gremien der Stadt und des Landkreises noch nicht mit der Thematik beschäftigen. Jedoch gerade dort wird es interessant, da zahlreiche Ratsmitglieder auch eine wesentlich umfassendere Betrachtungsweise hegen als nur einseitig in Richtung Verkehrspolitik zu schauen. In den kommenden Monaten und Jahren stehen wichtige Zukunftsinvestitionen in unserem städtischen Haushalt an. Neben der Innenstadtsanierung „Winsen 2030“ sollen die Finanzierungen von Schulen, Kitas, Stadtbücherei, Haus der Vereine, Jugendzentrum und des Naturbades unter Dach und Fach gebracht werden.

Es ist aktuell völlig intransparent, wie diese Maßnahmen zukünftig finanziert werden sollen. Solide Haushaltspolitik sieht anders aus. Dadurch laufen wir Gefahr, dass für einen großen Kreis der Bürger wichtige Projekte zukünftig auf der Strecke bleiben.

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