Luhdorf

Aus dem Landtag: Rede zu Tempo 30

Rede von Maaret Westphely zu einem Antrag der FDP zum Modellversuch Tempo 30, um den sich Winsen bemüht (Berichte dazu hier und hier).

Rede

CDU und FDP reden hier die ganze Zeit nur von Einschränkungen und Verboten. Ich sehe das anders: Tempo 30 ist ein Gebot zum Schutz von Leben! Und das ist für uns das wichtigste.

Der Modellversuch steht auf 3 Säulen: Sicherheit, Lärm und Emissionen. In puncto Sicherheit und Lärm ist es unstreitig, dass Temporeduzierung Verbesserungen bringt. In Bezug auf die Emissionen gibt es widersprüchliche Ergebnisse – in Bezug auf Stickoxide, Feinstaub, CO2. In Berlin konnten aber deutliche Reduzierungen erzielt werden. Ein Grund, sich das genau anzuschauen. Wir sind der Gesundheit der Menschen in den Städten verpflichtet und deshalb ist es unsere Pflicht rauszuholen, was geht.

Was ich ja spannend finde: Niedersachsen ist die Heimat der Tempo-30-Zonen. Nach der kontroversen Debatte in den 70er- und 80er-Jahren wurde die erste Tempo-30-Zone in Deutschland als Modellversuch 1983 in Buxtehude eingeführt.

Ich habe den Eindruck, die FDP ist ungefähr in dieser Zeit hängen geblieben. Wir erinnern uns zum Beispiel an die Aktuelle Stunde zum Thema Spaß beim GTI-Fahren. Das ist nach meinem Geschmack ungefähr, als würde [die FDP] das Faxgerät mit einer Werbekampagne wiederbeleben wollen.

Inzwischen sind diese Zonen gesellschaftlicher Konsens. Und das aus gutem Grund: sie gewähren mehr Sicherheit für die schwächeren Verkehrsteilnehmer. Denn je geringer die Geschwindigkeit, desto geringer auch die Unfallgefahr – egal ob im Wohngebiet oder an der Hauptverkehrsstraße. Ab Tempo 30 steigt die Unfallschwere dramatisch an. Das war auch der Hintergrund für die Bund-Länderinitiative für Tempo 30 vor Kitas und anderen sensiblen Einrichtungen.

Die Menschen wollen aber nicht, dass ihre Kinder nur vor der Schule sicher sind, sondern dass sie auch auf dem Weg zur Schule und zum Kindergarten sicher sind. Das ist der wichtigste Grund, warum wir weiter daran arbeiten, die Straßenverkehrsordnung so zu ändern, dass ihr höchstes Ziel sein muss, die schwachen Verkehrsteilnehmer zu schützen.

Aber nach wie vor halten sich Widerstände und Vorurteile: Die Leistungsfähigkeit der Straße wird eingeschränkt durch Tempo 30 – falsch! Durch eine städtische volle Straße passen bei geringerer Geschwindigkeit genauso viele Autos durch. Grund ist der geringere Abstand zwischen den Fahrzeugen beim Fahren. (Sättigungsverkehrsstärke bleibt bei 2000 Kfz pro Stunde). Einschränkungen entstehen durch die Knotenpunkte und querende Autos, Radfahrer, Fußgänger – aber die wollen wir alle ja durchlassen. Das steht sogar im FDP-Antrag. Wenn Sie aber die Querungsmöglichkeiten nicht einschränken, wird ihre Forderung nach der Grünen Welle zu einer holen Phrase.

Zweites Vorurteil: Es dauert viel länger mit Tempo 30 durch die Stadt zu kommen – minimal! Sogar der ADAC hat bei Testfahrten auf einer 3,5 Kilometer langen Strecke eine etwa 2 Minuten längere Reisezeit festgestellt, andere Tests lagen bei 0 bis 1 Minute – alles Ergebnisse, die nicht volkswirtschaftlich relevant sind. Deshalb könnten wir uns eigentlich einig sein: wir tun was für die Sicherheit und fördern Tempo 30, statt überflüssige ideologische Grabenkämpfe zu führen.

Das Bundesverkehrsministerium lehnt weitergehende Änderungen der Straßenverkehrsordnung (außer den gerade beschlossenen) ab mit der Begründung: das würde die Kommunen in ihrer Entscheidungshoheit beschränken. Aber Fakt ist doch: Das starre Korsett der Straßenverkehrsordnung beschränkt auch jetzt die Entscheidungsfreiheit der Kommunen. Das wollen wir ändern mit dem Modellversuch, der weitere Möglichkeiten und Argumente für Temporeduzierungen liefern soll.

Damit treffen wir den Nerv vieler Kommunen und vor allem vieler Betroffener, die unter Lärm und Schadstoffen leiden. Immer mehr Menschen wollen ihre Stadt für sich, nicht die Autos entwickeln – es geht um Lebensqualität! Das ist klare Rückmeldung, die wir vielfach erhalten. Deshalb bin ich der Überzeugung wir brauchen eigentlich viel mehr als Modellprojekt Tempo 30, was wir brauchen ist eine weitere Änderung der Straßenverkehrsordnung. Eine Änderung, die es den Kommunen und damit den Menschen vor Ort ermöglicht, selbst zu bestimmen, wie sie sich ihr Lebensumfeld wünschen.

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Luhdorf: Tempo 30 jetzt!

Luhdorf: Tempo 30 jetzt

Darum gehts

Einladung

Am kommenden Donnerstag, den laden die GRÜNEN alle interessierten Bürger*innen zu einer Bürgerversammlung mit Susanne Menge ein, der verkehrspolitischen Sprecherin unserer Landtagsfraktion. Die Veranstaltung findet statt im Gasthaus Alpers in Luhdorf, Brümmelkamp 28.

Belastung durch Durchgangsverkehr

Seit Jahren belastet der Durchgangsverkehr – und hier vor allem der Schwerlastverkehr – die Anwohner*innen in Luhdorf, Pattensen und Scharmbeck. Ebenso lange wird über wirksame Maßnahmen zur Entlastung gestritten. Bisher ohne Ergebnis. Für viele Anwohner*innen ist das Leben an den Durchgangsstraßen unerträglich geworden und belastet jetzt schon ihre Gesundheit schwer.

Das Problem wird sich im kommenden Herbst noch einmal verschärfen, wenn die Firma Amazon im Gewerbegebiet Luhdorf ihren Betrieb aufnimmt. Dann werden Hunderte Lieferfahrzeuge und Schwerlaster pro Tag im 24-Stunden-Betrieb für zusätzliche Belastung sorgen.

Jetzt gegensteuern

Dagegen müssen wir jetzt etwas unternehmen. Hier kommt uns der Beschluss des Landtages vom „Schutz der Bevölkerung vor Lärm und Abgasen“ (Landtagsdrucksache: 17/5285) zur Hilfe.

Danach kann im Rahmen von Modellversuchen auch auf solchen Straßen Tempo 30 angeordnet werden, auf denen das bisher nach der StVO nicht zulässig war. Das trifft für die betroffenen Kreis- und Landstraßen in Luhdorf und Pattensen zu.

In der Bürgerversammlung in Luhdorf, zu der die GRÜNEN Winsen einladen, wird die Landtagsabgeordnete Susanne Menge dieses Modellvorhaben zur Verkehrsberuhigung vorstellen und mit den betroffenen Bürger*innen darüber diskutieren, ob es damit eine brauchbare Lösung zur Verkehrsentlastung in Luhdorf und Pattensen gibt, die schnell und wirksam greift.

Auf die schnelle Wirkung kommt es gerade auch wegen der drohenden Verkehrszunahme durch Amazon an. Deshalb kann für den Modellversuch Tempo 30 die Frage offen bleiben, ob es später einmal eine Ortsumfahrung Luhdorf–Pattensen geben wird oder nicht.

Hintergrund

Aus dem Antrag

Der Landtag fordert die Landesregierung auf,
1. niedersachsenweit im Rahmen eines Tempo-30-Modellversuchs verschiedene Projekte in verschiedenen Kommunen […] auch an innerörtlichen Bundes- und Landesstraßen zum Schutz der Wohnbevölkerung vor Lärm und Abgasen und erforderlichenfalls Ausnahmen gemäß § 46 StVO zu ermöglichen, […]
4. sich dafür einzusetzen, dass der Bund die Richtlinien für straßenverkehrsrechtliche Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung vor Lärm […] überarbeitet, um die Lärmschutzaspekte besser zu berücksichtigen einschließlich der Absenkung der derzeit geltenden Richtwerte, damit eine erleichterte Anordnung von Geschwindigkeitsbeschränkungen möglich wird, […]

Die Gesundheit der Bürgerinnen und Bürger wird durch Luftschadstoffe und Lärm geschädigt. Allein in Europa gehen nach Ermittlungen der WHO jährlich mehr als 1 Million gesunde Lebensjahre durch Lärm verloren. Straßenverkehr ist dabei eine wichtige Lärmquelle.

Geschwindigkeitsreduzierungen innerorts bieten eine Reihe von Vorteilen: Ein gleichmäßiger Fahrverlauf reduziert Verkehrslärm und erhöht die Luftqualität. Die Verkehrssicherheit wird verbessert. Insgesamt nehmen die Lebens- und Aufenthaltsqualität sowie das verträgliche Miteinander der verschiedenen Straßennutzer zu. Gleichzeitig ergeben Studien, dass sich Reise- und Fahrtzeiten nur geringfügig verlängern. Niedrige Geschwindigkeiten tragen maßgeblich zur Erhöhung der Verkehrssicherheit bei und retten Menschenleben. […]
Eine Londoner Langzeitstudie hat die Effekte von 20-mph-Zonen (entspricht circa 32 km/h) auf die Verkehrssicherheit über 20 Jahre untersucht. Die Geschwindigkeitsreduzierung führte zu einem Rückgang der Verkehrsopfer um 41,9 % – besonders deutlich geschah dies bei Kindern sowie bei der Gruppe der tödlich und schwer verletzten Personen. Die Unfälle hätten sich nicht in angrenzende Straßen verlagert. Eine Vielzahl von internationalen Studien kommt zu ähnlichen Ergebnissen. […]
Geschwindigkeitsreduzierungen mit einer Verstetigung des Verkehrsflusses können auch für bessere Luft sorgen: Göttingen in Niedersachsen zählt zu den wenigen Kommunen in Deutschland, die einen Klimaplan entwickelt haben. Ziel des Klimaplans ist es, bis zum Jahr 2020 den Kohlendioxid-Ausstoß um 40 % zu senken. Dies soll vor allem durch die Reduzierung des motorisierten Individualverkehrs geschehen, der in Göttingen einen Anteil von 34 % einnimmt. Unter anderem wollen die Göttinger Abgase und Kohlendioxid reduzieren, indem sie im Modellversuch das Tempo auf ihren Straßen drosseln. […]
Die Geschwindigkeitsreduzierung auf 30 km/h reduziert den Verkehrslärm spürbar: 50 Autos, die 50 km/h fahren, sind so laut wie 100 Autos mit 30 km/h.

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Bürgerinformation zur Ortsumgehung Luhdorf/Pattensen

von Olga Bock

Der Landrat Herr Rempe und der Bürgermeister von Winsen, Herr Wiese, haben klar und deutlich gemacht, dass auf dieser 1. Informationsveranstaltung keine der 3 Trassenvarianten bevorzugt wird. Die Bürger sollen sagen, was sie wollen und wenn erkennbar wird, dass sie keine Ortsumgehung wollen, dann sei das in Ordnung. Das ist ein absolut demokratisches Vorgehen! Danke.

Ortsumgehung zieht mehr Verkehr an

Wenn man nun, wie vom Landrat und Bürgermeister betont wurde, den Straßenverkehr entlasten und die Lebensqualität verbessern will, dann gibt es eigentlich nur eine Möglichkeit, das geräuschlos umzusetzen:
Eine Umgehungsstraße, egal wie und wo sie entlang führt, wird weiteren Verkehr nach sich ziehen und der LKW-Verkehr wird sich erhöhen. Es ist damit zu rechnen, dass gerade LKW-Fahrer die Eckverbindung zwischen Thieshope und Winsen nutzen werden. Wenn dann für die Y-Strecke ein Naturschutzgebiet überplant werden soll, kann man sich nur für eine Null-Komma-Nix-Variante entscheiden, weil sonst von unserer heutigen Umgebung/Landschaft nichts mehr übrig bleibt.

Mautpflicht für Ortsdurchfahrten

Wie ist der Ist-Zustand zu verbessern? Es ist eigentlich ganz einfach und der Landkreis, die Stadt Winsen, würden wohl bundesweit eine Vorreiterrolle einnehmen:
Die Durchgangsstraßen, die betroffen sind, werden mautpflichtig. Damit das auch wirklich funktioniert, sollte die Maut auf diesen Straßen höher liegen als auf der Autobahn. Sofort würden die LKW den für sie vorgesehenen Weg über die dafür errichteten Autobahnen nehmen! Das würde sofort den Durchgangsverkehr entlasten und die Lebensqualität verbessern.

Freifächen erhalten

Natürlich muss man den Güterverkehr auf die Schiene verlagern und dafür die bereits vorhandenen Trassen nutzen und eventuell verbreitern. Ähnliches gilt für die Autobahnen, die bei hohem Verkehrsaufkommen verbreitert werden müssten. Damit wird verhindert, dass sich der Verkehr durch die Ortschaften quält, weil diese durch die Errichtung von 30-Zonen unattraktiv sind. Wer Umgehungsstraßen oder neue Bahntrassen bauen will, dem muss klar sein, dass dann unser eng besiedeltes Land ohne Freiflächen, ohne Erholungsgebiete, ohne Naturschutzgebiete einem großen Gewerbegebiet gleicht und das muss verhindert werden.

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Keine weitere Logistik für Luhdorf!

von Eike Harden
Auf eine Nachfrage in der letzten Ratssitzung deutete die Stadtverwaltung an, weiter auf den Bau großer Lagerhallen im Gewerbegebiet Luhdorf zu setzen, um möglichst viel Geld aus diesem Gebiet herauszuschlagen. Wo bleiben die Überlegungen zur langfristigen Bilanz der Vor- und Nachteile dieser Branche für Winsens Bürger?

Weitere Lagerhallen für Luhdorf?

Ich hatte zunächst gehofft, den Aprilscherz gefunden zu haben, als ich im Wochenblatt las, der Erste Stadtrat Riech freue sich über die zahlreichen Lagerhallen im Gewerbegebiet Luhdorf – beschönigend wird dieser unnütze Flächenverbrauch gern „Logistikansiedlung“ genannt. Aber leider ist nun klar: Der Aprilscherz war die Ansiedlung einer Fast-Food-Kette im Alten Land (einer Kette übrigens, die Winsen bereits vom Gewerbegebiet Luhdorf aus vermüllt) – und Herr Riech meinte es Ernst mit seiner Freude über den Flächenverbrauch.

Lagerdienstleistungen: Wie geht es weiter?

Unten habe ich noch einmal den zeitlichen Ablauf der Diskussion aufgelistet. Sie begann vor 15 Jahren mit der Planung des Gewerbegebiets, wurde von Gutachten der Stadt zum Einzelhandel und zum demografischen Wandel beeinflusst, und ebenso von der weltweiten Wirtschaftskrise. Es hat sich dabei gezeigt, dass große Gewerbegebiete sich kaum eignen, „innovative“ Unternehmen anzuziehen und dafür eine Innenstadt erheblich schädigen können.
Sie sind teuer in der Anschaffung und setzen denjenigen unter Druck, der die Anschubkosten aufbringen musste, möglichst schnell Einnahmen zu generieren – im schlimmsten Fall durch überhasteten Verkauf der Flächen und Ausweisung neuer Gebiete. Schließlich sind im Falle einer Krise etablierte kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) viel verlässlichere Partner als junge oder große Unternehmen, ganz zu schweigen von „Karawanenkapitalisten“ (um nicht „Heuschrecken“ zu schreiben).
Ich finde, es wird Zeit, gemeinsam über die langfristige Ausrichtung der Stadt nachzudenken. Wollen die Winsener weitere kurzfristige Investitionen, die die Stadt alleine nicht stemmen kann, so dass sie sich in verhängnisvolle Abhängigkeiten begeben muss? Oder wollen sie lieber kleinere und besser durchdachte Projekte finanzieren, die langfristig einen Gewinn abwerfen – nicht nur an Geld, sondern auch an Lebensqualität?

Drei Denkfehler

Herr Riech begründete seine Freude damit, dass das Gewerbegebiet seit einem halben Jahr schwarze Zahlen schreibe und zudem die Lager nachhaltig Arbeitsplätze geschaffen hätten. Ich sehe mindestens 3 Irrtümer in dieser Argumentation:

  1. Dass das Gewerbegebiet für sich genommen schwarze Zahlen schreibt, ist zwar schön und gut, aber eigentlich völlig unwichtig. Wichtig ist allenfalls, ob der Gewinn dauerhaft auch die Folgekosten (z. B. Straßenschäden durch Schwerlastverkehr) aufwiegt.
  2. Bei den Arbeitsplätzen darf es keine Rolle spielen, ob die Arbeitsplätze für Langzeitarbeitslose oder Berufseinsteiger entstehen, der Effekt muss in erster Linie anhalten. Die behauptete Nachhaltigkeit muss sich aber erst noch erweisen.
  3. Schließlich: Herr Riech hält sich seinen Riecher zugute. Es spricht aber nichts dafür, dass ausgerechnet Winsen viele Arbeitslose zu einer Zeit hat, zu der doch ganz Deutschland die niedrigste Quote seit 24 Jahren aufweist.

Herr Riech lobt hier eine Politik, die CDU-geführte Mehrheiten im Stadtrat beschlossen haben. Inzwischen behauptet die CDU aber, keine weitere Logistik ansiedeln zu wollen. Hier bedarf es dringend der Klärung.
Realistisch betrachtet werden wir die Arbeitslosigkeit nicht einmal in Winsen auf der Gemeindeebene beseitigen, erst recht nicht langfristig, kostenneutral oder über Winsen hinaus. Drehen wir also nicht am ganz großen Rad, sondern schaffen wir gemeinsam eine möglichst lebenswerte Stadt. Denn: Jeder Euro, den wir heute ausgeben, weil es „Experten“ modisch erscheint, kann uns morgen bereits fehlen; von jedem umsichtig ausgegebenen Euro heute können wir alle hingegen noch jahrelang profitieren.

Chronologie der Ereignisse

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Ortsumgehung Luhdorf-Pattensen: Nordvariante

Original-Beitrag vom

Vor gut 2 Jahren stellten wir im Landgasthof Maack-Kramer in Pattensen die ersten Planungen für eine Ortsumgehung Luhdorf-Pattensen vor: die sog. Südvariante. Wir waren der Meinung, dass die betroffenen Bürger möglichst frühzeitig von der Planung erfahren und damit die Gelegenheit bekommen, sich eine Meinung über das Für und Wider dieser Planung zu bilden. Bürger-Interesse und -Engagement haben im weiteren Verlauf wesentlich dazu beigetragen, dass die Südvariante als sehr kritisch und kaum realisierbar angesehen wird.

Der Landkreis Harburg als planführende Behörde hat hieraus jedoch nicht den Schluss gezogen, die Planung einzustellen, sondern versucht jetzt, einen Trassenkorridor zu finden, der nördlich um Pattensen herum führt: die sog. Nordvariante. Dies geschieht bisher, wie bereits bei der Südvariante, unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Das halten wir für falsch und haben uns deshalb entschlossen, wieder die Initiative zu ergreifen und die Planungen öffentlich zu machen.

Wir laden deshalb zu einer Informationsveranstaltung am in den Landgasthof Maack-Kramer in Pattensen ein, um die neue Planung mit Bürgern zu erörtern und die Meinung der Bürger dabei kennen zu lernen.

Die Planungsunterlagen finden Sie hier.

Erhard Schäfer

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Landkreis ziert sich mit Bekanntgabe

Original-Bericht vom

Auf der Bau-und Planungsausschusssitzung am wurde noch immer kein Trassenkorridor für die Nord-Umfahrung Pattensen vorgestellt. Dieses soll erst nach der Landtagswahl () erfolgen. Die Kreisverwaltung hat dafür aber die komplette Ortsumfahrung Luhdorf-Pattensen als Südtrasse im Entwurf des Regionalen Raumordnungsprogrammes aufgeführt und zeichnerisch dargestellt.

Es soll damit klar gestellt werden, dass es auf jeden Fall eine Umgehung Luhdorf-Pattensen geben wird.

Nachdem die Autobahneckverbindung A39 (Handorf) zur A7 (Garlstorf) (wohl auch wegen der Landtagswahl) von allen Parteien abgelehnt wird, ist mit der Aufnahme in das RROP eine neue Eckverbindung eindeutig geplant. Über diese Trasse wird der gesamte Verkehr (A7 – A39) laufen. Falls die Fehmarn-Belt-Querung kommen sollte, wird das dann der Zubringer werden – mit noch mehr Belastung und mit einem 4spurigen Ausbau.

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Kein Schwerlastverkehr durch Luhdorf, Pattensen und Thieshope

Original-Beitrag vom

Die Winsener Ortsteile Luhdorf und Pattensen sowie Thieshope sollen im Verlauf der L215 für Durchgangsverkehr über 12 Tonnen gesperrt werden. Der Kreistag stimmte einem Antrag der GRÜNEN zu, die in dieser Angelegenheit die Pattensener und Luhdorfer Bürger von der Verkehrsbelastung und dem Verkehrslärm entlasten wollen. Dieses Durchfahrverbot wird als Sofortmaßnahme einen Teil zur Verringerung der Verkehrsbelastung beitragen.

Die Verwaltungen sind nun gefordert, dieses Durchfahrverbot umzusetzen. Sollte die Umsetzung mutwillig verzögert werden, wird das für die Verantwortlichen Konsequenzen haben. Nicht davon betroffen ist der Anliegerverkehr in den Orten selbst.

Begleitend zum Durchfahrverbot setzen die GRÜNEN Winsen zusätzlich auf verkehrsberuhigende Maßnahmen.

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Sofortmaßnahmen für Luhdorf und Pattensen

Original-Beitrag vom

Die GRÜNEN beantragen in den Stadtratsgremien Maßnahmen, um den Durchgangs-Schwerlastverkehr aus den beiden Ortsteilen Luhdorf und Pattensen heraus zu halten.

Mit einem aktuellen Antrag möchte die GRÜNE Fraktion des Stadtrates Winsen im Bauausschuss am und im Verwaltungsausschuss am erreichen, dass die Bewohner in Luhdorf und Pattensen möglichst schnell vom Verkehrslärm spürbar entlastet werden. Unsere sehr gut besuchte Bürgerversammlung mit über 140 Personen am in Pattensen hat uns in unserer Auffassung bestärkt, dass neue Straßen nicht das geeignete Mittel sind, um die Lebensqualität in diesen beiden Dörfern zu verbessern. Zu befürchten ist eher, dass diese Straßen – den Bürgern als Ortsumgehung verkauft und als Verbindung zwischen A7 und A39 in Wirklichkeit gemeint – noch viel mehr Verkehr anziehen und damit die Dauerbelastung der Bürger – in weiteren Ortschaften wie Bahlburg und Wulfsen – noch erhöhen.

Ob man sich nun mit Ortsumgehungen Entlastungen verspricht oder nicht: Fakt ist und bleibt, dass diese Straßen – wenn überhaupt – nur in weiter Ferne realisiert werden können. Niemand weiß, wer die geschätzten 20 Millionen € Herstellungskosten finanzieren soll. Sollen die Bürger diese Taube auf dem Dach jahrelang bestaunen und ihr hinterher schauen, wenn sie am Ende davonfliegt, ohne dass irgendetwas Vernünftiges und leicht Finanzierbares getan wird? Dann doch lieber den Spatz in der Hand halten. So verstehen wir unsere Initiative, den durchgehenden Schwerlastverkehr, der den Bürgern und den örtlichen Straßen ja am meisten zu schaffen macht, aus den Ortschaften herauszuhalten. Seit Fertigstellung der A39 ist dieser Verkehr nicht mehr auf die Ortsdurchfahrten angewiesen. Dementsprechend können auch die Landesstraßen, die durch Luhdorf und Pattensen führen, zu Kreis- bzw. Stadtstraßen herabgestuft werden. Diese Schritte sind schnell zu verwirklichen und kosten nicht viel. In Verbindung mit Verkehrskontrollen kann man dann schnell sehen, ob die Entlastung für die Bürger spürbar und ausreichend ist. Wenn ja, haben wir mit relativ geringem Aufwand viel erreicht. Wenn nein, müssen wir – in enger Zusammenarbeit mit den betroffenen Bürgern – weitere Schritte unternehmen. Verkehrsexperten können uns dabei mit zahlreichen Ideen und Erfahrungen helfen.

Hier geht es um Maßnahmen, die sofort wirken. Dabei kann die Grundsatzdebatte völlig offen bleiben, ob Ortsumgehungen gut sind oder nicht. Wenn sie’s denn sind, lassen sich die Verbotsschilder für die Schwerlaster ja schnell wieder abbauen. Deshalb könnten alle Fraktionen dem GRÜNEN-Antrag zustimmen, weil doch alle etwas für die Bürger tun wollen.

Unser Antrag im Wortlaut

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Trassenvarianten veröffentlicht

Original-Beitrag vom

Die Trassenverlauf-Verianten für die Ortsumgehung Luhdorf-Pattensen wurden von der Stadt veröffentlicht.

Die Planungen finden Sie hier.

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Ortsumgehung Luhdorf-Pattensen: Erste Pläne

plakatvorlage_01Original-Beitrag vom

Der Trassenverlauf und die erste Fassung der Umweltverträglichkeitsstudie (UVS) liegen jetzt vor. Dazu gibt es eine erste Info-Veranstaltung der GRÜNEN Winsen am im Landgasthof Maack-Kramer in Pattensen.

Die ersten Planungsunterlagen über Boden und Wasser, Tiere und Pflanzen, Landschaftsbildbelastungen und Raumanalyse für die Ortsumgehungsstraße Luhdorf-Pattensen wurden den Umweltverbänden und anderen Einrichtungen im Winsener Kreishaus am vorgestellt. Dazu zählt auch die mögliche Trassenführung. Eine mögliche Trasse zerschneidet das FFH-Gebiet Luhe-Niederung mit Luhe, Luhekanal und Aubach in der unmittelbaren Nähe von Bahlburg. Die Alternativtrasse dazu würde direkt am südlichen Baugebiet von Luhdorf am Luhewehr an die Abzweigung L215 (Pattensen) und L234 (Garstedt) entlangführen. Die weitere Trasse quert zunächst die K37 (Verbindung zwischen Pattensen und Bahlburg) um dann entweder über oder unter das OHE-Gleis zu queren vorbei an den historischen Grabhügeln, auf das Gemeindegebiet von Wulfsen südlich um Pattensen herum und anschließend an die L215 nach Thieshope (in Höhe Holtorfer Weg) anzubinden. Der Flächenverbrauch ist gigantisch. Auf engstem Raum werden teilweise 3 Straßen parallel verlaufen.

Das Fazit der UVS-Untersuchung lautet:

Relativ konfliktarme Korridore für eine umweltverträgliche Trassenführung sind nicht gegeben.

Bündnis 90/DIE GRÜNEN suchen als erste der Winsener Parteien das Gespräch mit den betroffenen Bürgern, um über den aktuellen Planungsstand zu informieren und das Für und Wider dieser neuen Straße zu erörtern, die vermutlich ganz andere Ziele verfolgt als die Luhdorfer und Pattensener Bürger vom Verkehrslärm zu entlasten.

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