Gewerbegebiete

Antrag: Vom tapferen Schneiderlein lernen – Synergieeffekte nutzen!

von Eike Harden.

Unsere GRÜNEN-Fraktion im Stadtrat wird demnächst folgenden Antrag stellen:

Antrag

Der Planungsausschuss, der Bau- und Verkehrsausschuss, der Ausschuss für Kultur, Tourismus, Freizeit und Städtepartnerschaften empfehlen, der Verwaltungsausschuss empfiehlt, der Rat der Stadt Winsen (Luhe) beschließt:

Die Stadt Winsen (Luhe) nimmt zeitnah mit den Firmen Gazeley und Amazon Gespräche auf mit dem Ziel, das von Amazon als Lager zu betreibende Gebäude im Gewerbepark Luhdorf um mehrere Etagen aufzustocken, die dann wiederum von der Stadt Winsen (Luhe) oder Dritten für ihre Zwecke zurückgemietet werden.

Begründung

Aktuell sind in Winsen mehrere Bauvorhaben angedacht oder geplant, deren komplette Realisierung die Stadt viele Grünflächen kosten könnte. Dabei sind besonders zu nennen: Kongresszentrum und Vier-Sterne-Hotel, Neubeplanung des Eckermannparks (mit Wohnmobilstellplätzen?), Erschließung und Überplanung der noch recht grünen Gelände um die Bleiche und das ehemalige Turnhallengelände sowie der Neubau eines Jugendzentrums am Luhespielplatz und – das merken wir selbstkritisch an – auch eine Jugendherberge würde Platz brauchen. An möglicherweise nutzbaren Gebäuden der Stadt stehen diesem Bedarf im Augenblick nur die Stadthalle und der Marstall entgegen.

Wir GRÜNE kritisieren allgemein den Flächenverbrauch – das gilt natürlich auch für Winsen selbst. Eine Aufstockung eines bereits bestehenden Gebäudes benötigt hingegen keine zusätzliche Grundfläche, so dass diese Lösung vorzuziehen wäre. Darüberhinaus ist das Gebäude bereits so groß, dass ohnehin niemand in der Umgebung daran vorbeischauen kann, eine weitere Aufstockung würde das Landschaftsbild daher nicht weiter schädigen. Angesichts möglicher Probleme mit der Statik schlagen wir vor, an den Ecken und einigen Kanten des Gebäudes zusätzliche Pfeiler oder Säulen einzuziehen, die so geplant sind, dass ihre Spitzen über das Gebäudedach hinausragen und daran Windräder angebracht werden können. Zusätzliche Halteseile zwischen diesen Säulen können die Dachflächen stabilisieren – die Einzelheiten bleiben einer künftigen Planung überlassen.

Das Gebäude bietet sich aufgrund seiner räumlichen Nähe zum Golfplatz als Standort des künftigen Vier-Sterne-Hotels an und würde vom Ausblick aus einem deutlich mehr als 30 Meter hoch gelegenen Dachgarten erheblich profitieren und damit zusätzliche Touristen anziehen. Die nördliche Hälfte des Dachs böte sich hingegen zur Nutzung als Jugendzentrum an: Der Ausblick dort geht ohnehin nur auf die Bundesautobahn mit der Ordnungsnummer 39. In den dazwischen liegenden neuen Geschossen könnte das Vier-Sterne-Hotel einen Veranstaltungssaal mit betreiben, der die Stadthalle ersetzen würde. Amazon und die Stadt könnten schließlich eine neue Stadtbuslinie gemeinsam finanzieren und betreiben, die den Bahnhof und den neuen Zentralen Omnibusbahnhof am selben Standort mit diesem Hotelstandort verbindet.

Dieses Vorhaben ist auch nicht als eine von den GRÜNEN abgelehnte Öffentlich-Private Partnerschaft aufzufassen, weil die Stadt selbst keinerlei Verpflichtungen einginge – sie bräuchte nur die Baugenehmigung zu erteilen. Die Miete für den Veranstaltungssaal und die Pacht für den halben Dachgarten dürften geringer sein als die derzeitigen Ausgaben für das Stadthallengelände. Die Stadt würde sogar sparen: Das Catering für alle städtischen Veranstaltungen könnte Amazon übernehmen, die ja auch Lebensmittel ausliefern – im eigenen Gebäude sicherlich sogar kostenlos. Auch könnte man die Aufwandsentschädigungen für Ratsmitglieder reduzieren und stattdessen eine Fahrt mit einem Sonderbus organisieren, der alle Ratsmitglieder abholt (die Hälfte vermutlich vom Bahnhof) und ins Gewerbegebiet Luhdorf fährt.

Einer der größten Vorteile dieser Lösung wäre jedoch: Man könnte die jetzige Stadthalle künftig als soziale Begegnungsstätte und Gebäude der Stadtbibliothek nutzen oder die Jugendherberge dort ansiedeln. Die Bleiche bräuchte nicht angerührt zu werden und der Eckermannpark könnte der Natur zurückgegeben werden. Das innenstadtnah gelegene Gelände um das Rot-Kreuz-Gebäude schließlich könnte mit hochwertigem Wohnraum für jüngere, wohlhabende Familien bebaut werden – mit ausreichend großen Wohnungen und modernen Spielgelegenheiten – der in dieser etwas abgehängten Gegend das soziale Gefüge wieder etwas ins Lot rücken würde.

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Gewerbegebiet Osterwiesen: Schottermaterial per Binnenschiff?

Wie bekannt wurde, hat die Firma Manzke, die im Winsener Gewerbegebiet Osterwiesen einen Umschlagplatz für Sand und Schotter betreibt, beim Wasser- und Schifffahrtsamt Lauenburg einen Antrag auf eine Ent- und Verladestelle am Ilmenaukanal in Höhe ihres Werksgeländes gestellt. Per Binnenschiff könnte die Belieferung auch der Firma Bunte mit den benötigten Schotter für den Straßenbau erfolgen. Weitere Informationen dazu demnächst.

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Menschen wichtiger als Autos: Wie den Verkehrskollaps verhindern?

von Eike Harden Dieser Text entstand als Antwort auf einen Leitartikel im WA. Gegen den drohenden Verkehrskollaps um Hamburg herum helfen keine neuen Straßen, sondern nur ein Umdenken. Es muss der Verkehrspolitik darum gehen, Menschen mobil zu machen und nicht darum, Gelände für Autos dichtzubetonieren.

Güter werden weiter transportiert als früher, nicht besser oder schneller

Der WA-Redakteur Marcel Maack fragte in seinem Kommentar, ob wir mehr Straßen und Bahnstrecken brauchen. Die Antwort kann nur „Nein!“ lauten. Wir brauchen ein neues Denken, nicht mehr lärmenden und Luft verpestenden Kraftfahrzeugverkehr!
Im Güterverkehr nehmen seit 25 Jahren nur die gefahrenen Kilometer zu, nicht aber die Menge der transportierten Waren. Was früher aus Niedersachsen kam, wird heute aus Hessen oder Bayern herangekarrt und umgekehrt. Die Alternative: Waren aus der Region kaufen. Bei Lebensmitteln geht das inzwischen in den meisten Supermärkten – vom Wochenmarkt ganz zu schweigen.
Link zu einer Infografik des BUND

Politische Entscheidung für menschliche Mobilität

Herr Maack hat schön beschrieben, wie undankbar die Arbeitsbedingungen als Lkw-Fahrer sind, und wie ärgerlich es ist, mit dem Auto im Stau zu stehen. Da verfolgt uns in Hamburg und Umland eine Planung, bei der Autos wichtiger waren als Menschen. Machen wir es doch endlich anders herum! Andere europäische Ballungsräume machen seit Langem vor, wie man mit Fahrrad, Bus, Bahn und auch zu Fuß schneller vorankommen kann – in einer Stadt, in der es sich zudem noch angenehmer lebt (in der Platz ist für die Autos derjenigen, die sie wirklich brauchen).
Lkw- und Auto-Verkehr ist kein Schicksal, sondern eine Folge politischer Entscheidungen. Kraftfahrzeuge bedeuten gerade nicht, dass alle besser vorankommen und günstiger einkaufen, sondern sie bedeuten mehr Lärm, Verkehrstote und Dreck in der Luft, sie verringern Lebensqualität und Lebenserwartung, und meistens erbringen sie nicht einmal höhere Steuereinnahmen oder neue Arbeitsplätze. Wenn man das alles weiß, muss man erkennen: Es ist höchste Zeit umzudenken!
Was nun aber die neuen Bahnstrecken angeht: Die drei Gleise bis Harburg reichen erst mal, aber die Knotenpunkte sind überlastet, ganz besonders der Hamburger Hauptbahnhof. Deswegen bringen neue Linien in Hamburg sogar den Winsener Pendlern mehr als neue Bahngleise irgendwo in der Heide.

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Asphaltmischwerk im Gewerbegebiet Osterwiesen

Das Unternehmen Bunte aus Papenburg will im Gewerbegebiet Osterwiesen in Winsen ein Asphaltmischwerk errichten. Für die Genehmigung ist das Gewerbeaufsichtsamt Lüneburg zuständig.

  1. Es fehlen Unterlagen zu den Emissionen und zur Problematik von Quecksilberanfall (Verbrennung von Braunkohlestaub).
  2. Es ist damit in Laßrönne und Tönnhausen mit erheblichen Geruchsbelästigungen (Teer) zu rechnen.
  3. Bei der Höhe der Anlage in den Osterwiesen bestehen erhebliche Bedenken.
  4. Lkw-Verkehr von 70 pro Tag kann nicht stimmen. Nach Betreiberangaben können 320t pro Stunde herstellt werden, das entspricht 15 Lkw plus Leerfahrten = 30 Lkw pro Stunde. Dazu kommen Materialtransporte (Gestein, Braunkohlenstaub, Schweröl) und die Leerfahrten dazu. Insgesamt können so ca. 70 Lkw pro Stunde zusammenkommen.
  5. Eine Ansiedlung in einem anderen Gewerbegebiet – auch außerhalb Winsens – erfolgte wegen der Höhenbegrenzungen in den Gewerbegebieten nicht. Im Gewerbegebiet Osterwiesen besteht kein Bebauungsplan mit Höhenfestsetzungen. Einen Befreiungsantrag der Festsetzungen im Bebauungsplan hätte die Stadt allerdings nicht zu genehmigen brauchen. Die Firma Bunte hat hier mit der der Firma Manzke eine Lücke gefunden. Wenn die Stadt dem Vorhaben nicht zugestimmt hätte, wäre die Einvernehmensersetzung durch das Gewerbeaufsichtsamt reine Formsache gewesen. Diese Darstellung ergab sich, nachdem die GRÜNE/LINKE-Gruppe im Verwaltungsausschuss beantragte, grundsätzlich nur eine Ansiedlung im Gewerbegebiet Luhdorf direkt an der Autobahnabfahrt und die Ablehnung im Gewerbegebiet Osterwiesen zu beschließen. Da aber in Luhdorf im Bebauungsplan eine Höhenbeschränkung gilt, konnte das Werk dort so nicht einfach genehmigt werden. es zeigt sich, dass hier mindestens eine Zurückstellung bis zur nächsten Sitzung des Verwaltungsausschusses, wenn nicht sogar eine Veränderungssperre hätte beschlossen werden sollen.

Weiterhin wollte die GRÜNE/LINKE-Gruppe, dass anstatt des Einsatzes von Braunkohlenstaub und Schweröl Gas eingesetzt wird. Die Firma Bunte lehnt den Einsatz von Gas als zu teuer ab. Dafür dürfen die Bürger das Risiko von Quecksilberemmissionen tragen.

Weitere Infos auf der Seite Bürgerprotest Stadthagen

Bernd Meyer

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