ElbMOBIL: Besseres System ohne Mehrkosten für die Stadt – Warum nicht gleich so?

Bereits Anfang 2022, als der Betrieb des ElbMOBILS in den Dörfern Laßrönne und Tönnhausen eingestellt wurde, hat die Fraktion der GRÜNEN sich per Antrag für die Weiterführung in den beiden Ortsteilen stark gemacht. Damals hat allerdings die Mehrheit des Stadtrates noch gegen diesen Antrag gestimmt.


Umso erfreuter zeigen sich Luc Jan Hornstra und Malte Tödter von den GRÜNEN nun, da abzusehen ist, dass der Antrag der Winsener SPD angenommen wird und das ElbMOBIL ab dem 01.06.2023 im gesamten Stadtgebiet angeboten wird: „Wir haben die Forderung, das ElbMOBILl in Winsen einzuführen, von Anfang an voll unterstützt. Allerdings hätte dieses Ergebnis bereits früher erreicht werden können.“

Tatsächlich stand der Antrag der SPD bereits am 15.09.2022 im Bau- und Verkehrsausschuss zur Debatte. Damals haben Vertreter von KVG, Landkreis und dem Planungsbüro „Mobile Zeiten“ das Für und Wider des On-Demand-Systems den Ausschussmitgliedern nahegebracht. Die Verwaltung und die Gruppe CDU/FDP standen dem ElbMOBIL eher skeptisch gegenüber und so einigte man sich, dass die Verwaltung Gespräche mit dem Landkreis Harburg aufnimmt, um unter anderem die zu erwartenden Kosten für die Stadt Winsen (Luhe) zu ermitteln.


Diesem einstimmig beschlossenen Auftrag ist die Stadt jedoch offenbar nicht direkt nachgekommen. Im Bau- und Verkehrsausschuss am 22.11.2022 ist den Ausschussmitgliedern stattdessen eine Reihe von Mindestanforderungen vorgelegt worden. Unter anderem sollte sichergestellt werden, dass das ElbMOBIL nicht in Konkurrenz zu regionalen Buslinien und dem WinsenBus auftritt. Auch wollte die Verwaltung eine Zusage von dem Landkreis, dass das ElbMOBIL für mindestens fünf Jahre für maximal 150.000€ im Jahr in Winsen betrieben wird.


Offensichtlich konnte in den Gesprächen zwischen der Stadt Winsen und dem Landkreis Harburg unter diesen Voraussetzungen keine Einigung erzielt werden. Auch einen Kompromissvorschlag konnte Bauamtsleiter Mayer im nächsten Ausschuss am 23.02.2023 nicht vorlegen. Aus dem Protokoll geht hervor, dass die ohnehin schon vorhandene Skepsis bezüglich der Einführung des ElbMOBILS in den Reihen der Gruppe CDU/FDP stattdessen weiter wuchs.


Der Ausschuss empfahl, dass die Stadt ein weiteres Mal auf den Landkreis zugehen solle. Das Angebot sollte sein, dass die 150.000€, die für das ALT im städtischen Haushalt budgetiert sind, al Kostenbeteiligung für das ElbMOBIL verwendet werden – Dies entspricht dem Originalansatz des SPD-Antrages vom letzten November. Warum nicht gleich so?


Für die GRÜNE Fraktion im Winsener Stadtrat zählt das Ergebnis: „Wir freuen uns, dass die Verwaltung und Herr Bürgermeister Wiese nun doch von den Vorteilen des ElbMOBILS überzeugt sind. Dessen Flexibilität und Nutzerfreundlichkeit machen den ÖPNV in Winsen für viele Menschen attraktiver und werden sicher für eine hohe Akzeptanz sorgen“, ist sich Malte Tödter sicher.

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