Veggie Day – Folge 9

von Eike Harden.

Wegen Krankheit mit 2 Tagen Verspätung hier 5 neue Rezepte für mit regionalen Zutaten frisch zubereitbare vegetarische Gerichte.

Frühlingssuppe

Diese Suppe folgt einem traditionellen irischen Rezept, verfolgt aber einen ziemlich modernen Gedanken: „Detox“. Sie soll giftige Stoffe aus dem Körper transportieren helfen und so entgiften oder entschlacken. Ob das so funktionieren kann wie es aktuelle Werbung gerne verspricht, denke ich eher nicht, aber: Der Leber und den Nieren zu helfen, potenziell giftige Stoffe effizienter auszuschwemmen, ist sicherlich eine gute Idee. Und ein nicht allzu fettes Essen, das dazu viel Flüssigkeit enthält (wie eine Gemüsesuppe), ist dazu geeignet. Wer keine Zeit findet, Brennnesseln zu sammeln (oder das Pflücken der zarten Spitzen mit Handschuhen scheut), nimmt statt dessen Kresse oder anderes frisches Grün.

Zutaten

  • 2 Tl Butter
  • 350 g Kartoffeln, mehligkochend, in Würfeln
  • 150 g milde Zwiebeln, fein gehackt
  • 3 Tassen frische Brennnessel-Spitzen, gründlich gewaschen
  • 1,5 l Brühe (im Original: Hühnerbrühe – das ist für die menschliche Gesundheit zwar ebenso zuträglich wie Gemüsebrühe, aber der Gesundheit der Hühner eher abträglich)
  • 2 Tl fein gehackter Schnittlauch oder Petersilie zum Garnieren
  • Wer mag, fügt noch ein Häubchen aus ganz leicht geschlagener Sahne hinzu
Frühlingssuppe

Frühlingssuppe

Zubereitung

  1. Die Butter in einem großen Topf auslassen und darin die Kartoffel- und Zwiebelstücke bei milder Hitze für etwa 10 Minuten dünsten.
  2. Die Brühe hinzugeben und zum Kochen bringen, dann die Kartoffeln noch ein bisschen kochen lassen.
  3. Die Brennnesseln so hinzugeben, dass sie höchstens 5 Minuten mitkochen (sie werden sonst braun und schmecken streng; brennen können sie nach dem Kochen aber nicht mehr!)
  4. Pürieren, wieder erwärmen, garnieren und servieren!

Kleine Frühkartoffeln, mit Honig oder Olivenöl überzogen

Frische, kleine Kartoffeln sind eigentlich immer gut, aber man kann sie mit vielen verschiedenen Zutaten noch etwas mehr Reiz verschaffen – und sie dann noch öfter genießen!

Zutaten

  • Kartoffeln, sehr jung und klein, nicht geschält, sondern gründlich gewaschen
  • Salz und 1 Lorbeerblatt
  • Butter, ungesalzen, frische gehackte Petersilie, Honig (Verhältnis 1 : 1 : 2)
  • Olivenöl, die beste Qualität
  • schwarzer Pfeffer, direkt aus der Mühle

Zubereitung

  1. Die Kartoffeln und das Lorbeerblatt (oder auch ohne – gerade die Öl-Variante schmeckt besser mit) in kaltem Salzwasser in einer einzigen Schicht auf dem Boden verteilen und zum Kochen bringen. Die Hitze reduzieren, den Topf abdecken und Kartoffeln gar köcheln lassen.
  2. Wenn gar, die Kartoffeln abgießen und abtrocknen, in der Mitte durchschneiden, mit Butter/Petersilie/Honig oder mit Öl beträufeln und mit Salz und Pfeffer (wenn noch nötig) abschmecken.

Weißer Spargel in Orangenbutter

Auch wenn es noch nicht ganz so weit ist: Es gibt eine kurze Zeit, zu der Spargel gemeinsam mit Blutorangen Saison haben, das ist noch einmal besser. Orangen sind in Mittel- und sogar Nordeuropa unter Fürsten seit dem 18. Jahrhundert weit verbreitet gewesen; sie brauchen nur einen Wintergarten (eine Orangerie).

Zutaten

  • 12 große, dicke Stangen (weißen) Spargel, geschält
  • 1 ganze Blutorange
  • 115 g kalte (ungesalzene) Butter
  • 1 Tl Schlagsahne
  • Salz und Pfeffer
Spargel in Orangenbutter

Spargel in Orangenbutter

Zubereitung

  1. Den Spargel in etwa 1 l kochendes Salzwasser geben und gar kochen lassen (dauert etwa 20 Minuten)
  2. In der Zwischenzeit, den Saft aus der Orange pressen und die Schale ganz fein abreiben. Beides in eine schwere Pfanne geben und bei mittlerer Hitze zum Kochen bringen. Die Hitze verringern und langsam einkochen lassen, bis nur noch etwa 2 Tl Flüssigkeit übrig sind (ich persönlich bevorzuge es, die Schale nicht ganz so fein zu reiben und sie hinterher rauszsieben, aber das ist Geschmackssache!)
  3. Die Butter in mehrere (vielleicht 6?) Teile aufteilen. Nun die Soße zubereiten: Orangensaft mit der Sahne verrühren (das macht die Soße etwas stabiler) und auf niedrigster Stufe die Butter Stück für Stück einrühren. Sie soll nicht in die Soße hineinschmelzen, sondern eine Emulsion ergeben & ndash; die Soße ist auch nicht heiß zu servieren, sondern warm.
  4. Wenn der Spargel gar ist, aus dem Topf nehmen, abtrocknen und auf einer vorgewärmten Platte servieren, die warme Soße dazu reichen, sobald sie fertig ist.

Hasselbacks Kartoffeln

Im Stockholmer Hotel „Hasselbacken“ gab es einst eine Kochschule, in der dieses Rezept in den 1950er Jahren entdeckt wurde. Es schmeckt mir wirklich ausgezeichnet.

Zutaten

  • 8 bis 12 Kartoffeln, mehligkochend, geschält
  • 50 g Butter, sehr weich
  • 4 El Semmelbrösel
  • Salz
Hasselbacks Kartoffeln

Hasselbacks Kartoffeln (hier: mit einem Apfel-Pickle aus dem letzten Herbst, das noch vor dem Sommer leer werden sollte)

Zubereitung

  1. Den Backoden auf 225°C vorheizen.
  2. Die Kartoffeln nacheinander auf einen Holzlöffel legen und mit einem Messer der Länge nach anschneiden, bis der Löffelrand erreicht ist. Der Sinn dieser merkwürdigen Anweisung ist, die Kartoffeln sehr weit, aber eben nicht ganz durchzuschneiden.
  3. Die Butter in einer Form oder einem Bräter zerlassen (der kommt später mit den Kartoffeln in den Ofen!) Die Kartoffeln hineingeben und mit flüssiger Butter bestreichen.
  4. Die Kartoffeln 30 Minuten im Ofen garen, dabei alle 10 Minuten herausnehmen und noch einmal mit Butter bestreichen. Schließlich ein letztes Mal mit BUtter bestreichen, Salz und die Semmelbrösel darüberstreuen und im Ofen lassen, so dass die Brösel noch etwas bräunen.

Barm Brack

Barm Bracks (oder in einem Wort „Barmbracks“) haben eine gewisse Ähnlichkeit mit deutschen Rosinensemmeln (oder für Hamburger: Klöben). Sie sind eine irische Tradition für die vier wichtigen Feste am 1. Mai (in Deutschland bekannt als Walpurgisnacht), 1. August, 1. November (Allerheiligen, der Vorabend ist (All) Hallows E'en(ing) – schottisches Englisch für Vortag von Allerheiligen und bekannt als Halloween) und am 1 Februar. Heute sind sie besonders als Halloween-Speise bekannt, sie eignen sich aber für den 1. Mai ebenso.

Der Name leitet sich übrigens vermutlich vom Irischen „bairín breac“ (geflecktes Brot, sprich: ba(i)rrien bräck) ab. Das hier präsentierte Rezept ist das leichter zuzubereitende „tea brack“, das man eher zu Hause backt, weil es mit Backpulver und nicht Hefe zum Gehen angetrieben wird. Richtige Barm Bracks kauft man lieber in einer Bäckerei. Achtung: Das Rezept verlangt, dass einige Zutaten über Nacht stehen bleiben, also schon einen Tag früher anfangen!

Zutaten

  • 500 g Rosinen und Sultaninen (gemischt; wer den Unterschied nicht kennt, wird ihn hier auch nicht schmecken!)
  • 60 g Orangeat (oder gemischt mit Zitronat, oder gemischte frische Zitrusschalen, optional)
  • 230 g brauner Kandis
  • 500 ml schwarzer Tee, heiß und stark, am besten eine indische Mischung wie Ceylon und Assam – das sind etwa Ostfriesen- oder English Breakfast-Mischungen (wer sich den Abend verschönern möchte, bereitet 1 l zu und trinkt die andere Hälfte)
  • 350 g Mehl
  • 2 Tl Backpulver
  • 2 Eier (Größe M), geschlagen
  • etwas Honig zum Glasieren
  • 1 Kuchenform, 20 cm im Durchmesser und 7,5 cm tief
Barm Brack

Barm Brack

Zubereitung

  1. Rosinen (und Sultaninen), Orangeat, Tee und Zucker in einer großen Schüsel vermischen, bis sich der Zucker völlig gelöst hat, und über Nacht stehen lassen.
  2. Am nächsten Morgen Mehl, Backpulver und Eier hinzufügen und gut durchmischen; den Ofen auf 160° vorheizen. Den fertigen Teig in die Form füllen.
  3. Im Ofen etwa 1 1/2 Stunden backen. 10 Minuten vorher die Form aus dem Ofen nehmen und den Barm Brack (Ja, bairín ist ein Maskulinum!) mit Honig bestreichen. Wieder in den Ofen damit und zu Ende backen!
  4. Ein Barm Brack hält sich bis zu 5 Tage in einer Dose im Kühlschrank. Man kann die Stücke auch toasten und mit Butter essen.

Weiterlesen »

Förderung von Kulturprojekten: Winsen verpasst Anschluss

von Eike Harden

Das Land Niedersachsen hat ein neues Förderprogramm für Kulturprojekte und Kulturträger aufgelegt, das speziell auf „kleine“ Träger ausgelegt sein soll. Unten folgt die Pressemeldung von unserem kulturpolitischen Sprecher im Landtag, Volker Bajus. Leider wird Winsen sich nicht einmal bemühen können, aus diesem Topf gefördert zu werden, da unseren örtlichen Trägern die Kapazitäten fehlen, sich darum zu bewerben.

Dieses Programm übernimmt Kosten für kleinere Anschaffungen, die sonst von der Stadt erbettelt werden müssen – ein zäher und langsamer Prozess im Ausschuss – oder die aus privaten Spenden aufgebracht werden müssten. Dringend notwendig wäre es daher, dass die Stadt endlich einen Kulturförderer anstellte, der unter anderem folgende Aufgaben hätte:

  • Die in Winsen bereits tätigen Kulturschaffenden unterstützen, wenn sie sich um Fördermittel aus der öffentlichen Hand oder von privat (beispielsweise Stiftungen) bewerben. Das würde auch den etablierten Vereinen wie Musikschule, Kulturverein, Heimat- und Museumsverein, Theaterabteilungen der Sportvereine … konkret helfen. Regelmäßig müssten dazu Treffen stattfinden, bei denen mögliche Förderungen und bereits bestehende Initiativen und Programme abgeglichen werden, um das Bewährte weiterzuentwickeln und neue Ideen entstehen zu lassen.
  • Die in Winsen und Umgebung bereits tätigen Kulturschaffenden, die nicht in Vereinen organisiert sind, stärker miteinander zu vernetzen und „Kultur-Cluster“ zu schaffen. Hier geht es etwa um gemeinsame Konzerte von Nachwuchsbands, gemeinsame Kunstausstellungen verschiedener Künstler oder Cross-over-Veranstaltungen zwischen ganz verschiedenen Kulturangeboten, gebündelt an innovativen Orten, die es zu beleben gilt.
  • Besonders wünschenswert in diesem Rahmen wäre eine gezielte Jugendarbeit in enger Absprache mit der Stadtjugendpflege. Kunst und Kultur sind beispielsweise längst als exquisite Suchtprävention erkannt!

Gegenwärtig sind wir in Winsen leider noch meilenweit davon entfernt.

Investitionsprogramm hilft Kulturschaffenden konkret

Pressemeldung vom

Darum geht's

2017 und 2018 sollen kleine Kultureinrichtungen landesweit mit jeweils 850 000 € gefördert werden.

Das sagen die GRÜNEN

Volker Bajus:

Gerade kleine Kultureinrichtungen haben es häufig schwer, Investitionen zu stemmen. Da auf kommunaler Ebene die Mittel meist eng begrenzt sind, setzt das Förderprogramm genau hier an. Denn gerade die vielen kleinen Initiativen und Träger sorgen für eine gute Versorgung mit bunten und vielfältigen Angeboten. Genau das braucht das Flächenland Niedersachsen.

Keine Initiative soll daran scheitern, dass sie das Geld für eine Mikroanlage, eine Rollstuhl-Rampe oder für einen neuen Computer nicht aufbringen kann. Kunst und Kultur befördern den gesellschaftlichen Austausch und machen neue Sichtweisen möglich. Das ist gerade in Zeiten wichtig, in denen sich viel verändert.

Hintergrund

Das Programm ist Teil eines 3 Millionen schweren Investitionspaketes, das zum einen Förderungen für einzelne Sparten wie die Soziokultur, die freien Theater und die Rock- und Popmusik vorsieht. Daneben stehen rund 1,7 Millionen Euro der Gesamtsumme jetzt allen kleinen Kulturträgern im Land zur Verfügung. Damit kommt die Grüne Ministerin Gabriele Heinen-Kljajić den Forderungen aus den Reihen der Landschafts- und der Kulturfachverbände nach, die sich Investitionshilfen gerade für die kleinen Einrichtungen gewünscht haben.

Link zu weiteren Infos auf der Website des Ministeriums für Wissenschaft und Kultur

Weiterlesen »

Veggie Day – Folge 8

von Eike Harden.

Heute mit orientalischen Köstlichkeiten! Im Nahen Osten sind die Zutaten für diese Speisen schon etwas früher reif und frisch von den Feldern, Bäumen, oder weiß der Himmel, woher, verfügbar. Deswegen habe ich mit diesen Frühlingsboten gewartet, bis sie auch im mitteleuropäischen Klima regional zu bekommen sind. Ausnahmsweise habe ich wieder einmal Reis verwendet für das erste Gericht, aber das schmeckt auch mit Bulgur oder Couscous, also Weizen- oder Gerstenschrot. Und spätestens beim Gerstenschrot gilt die Erkenntnis der alten Römer: Die Barbaren im Hohen Norden (wie etwa Germania) leben unter so unvorteilhaften Bedingungen, dass sie sogar die minderwertige Gerste essen. Das haben sie nun mit den Barbaren aus Africa bis heute gemeinsam!

Rosinen-Walnuss-Reis (Dami-je Keschmesch), dazu Spinat mit Joghurt (Boraani Esfanaadsch)

Reis zu kochen ist eine hohe Kunst der persischen Küche, aber wer sich nach den Anweisungen richtet, dem gelingt es leicht. Wie man das beste Ergebnis mit Gerstenschrot erzielt? – Tja, da bin ich überfragt! Das ist aber ja dem Experiment zugänglich …

Zutaten

  • 1 große Zwiebel, in kleine Stücken
  • Öl zum Andünsten
  • 500 g junger Blattspinat, ohne dicke Stiele, gewascehn und in grobe Stücke geschnitten
  • 2 Zehen Knoblauch (nach Belieben; das Rezept ist auf eher milden wilden Knoblauch ausgelegt)
  • 250 g Joghurt (10 % Fett im Idealfall, aber 3,5 % gehen auch)
  • Salz
  • frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
  • 1 Msp. frisch gemörserter Safran (Safranfäden behalten ihr Aroma viel länger als fertig gemahlenes Safranpulver. Safranfäden werden mit etwas Zucker gemischt, dann gemörsert und in wenig Wasser aufgelöst, bevor sie ans Essen kommen.
  • 2 mittelgroße Zwiebeln, in kleinen Stücken
  • Öl zum Andünsten, etwa 1 El
  • 100 g Rosinen
  • 1/2 Tl Kurkumapulver
  • 1/2 Tl Reisgewürz (Eine Mischung aus geriebener Muskatnuss, Kardamompulver, Zimtpulver und gemahlenen Rosenblüten im Verhältnis 1 : 1 : 2 : 2, als Ersatz für die gemahlenen Blüten Rosenöl oder Rosenwasser)
  • 100 g Walnüsse, grob gehackt
  • 300 g Basmatireis
  • 50 g Butter
  • Salz
Rosinen-Walnuss-Reis

Rosinen-Walnuss-Reis, dazu Spinat mit Joghurt

Zubereitung

  1. Spinat: Zwiebelstücke im Öl geoldgelb andünsten.
  2. Den Spinat bei mittlerer Hitze zunächst leicht dünsten, dann unter scharfer Hitze und ständigem Rühren das Wasser verdunsten lassen, danach in eine große Schüssel geben und abkühlen lassen.
  3. Knoblauch zerdrücken und mit Zwiebeln und Joghurt unter den Spinat rühren, mit Salz und Pfeffer abschmecken. Am besten noch etwas im Kühlschrank ziehen lassen.
  4. Reis: Zwiebeln mit Öl goldgelb andünsten.
  5. Rosinen unterheben und 2 Minuten mitbraten, würzen, vom Herd nehmen und die Walnüsse unterheben.
  6. 600 ml Wasser zum Kochen bringen, Reis und Butter hineingeben und mit Salz abschmecken. Bei mittlerer Hitze so lnage kochen, bis der Reis beginnt, das Wasser aufzunehmen.
  7. Rosinen-Walnuss-Mischung mit dem Reis vermischen, den Topfdeckel in ein Tuch einwickeln und das Gericht bei schwacher Hitze 30 Minuten lang dämpfen. Beim Reis entsteht so eine leckere Kruste am Topfboden, während er ohne das Einwickeln durch das am Deckel kondensierte und zurücktropfende Wasser stark zerkocht.

Grünes Omelett (Kuku-je Ssabsi)

2 Vorbemerkungen zu Omeletts: Sie sind auch für Picknicks geeignet, weil sie auch kalt gut schmecken. Und zweitens: Je länger man rührt, umso luftiger wird das Omelett.

Zutaten

  • 200 g frische glatte Petersilie, fein gehackt
  • 200 g Koriandergrün, fein gehackt (wer das nicht mag: mehr Spinat ist auch in Ordnung!)
  • 1 Bund Frühlingszwiebeln, fein gehackt
  • 200 g Blattspinat
  • 4 Eier
  • 2 El Walnüsse, grob gehackt
  • 1 El Weizenmehl
  • Salz
  • frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
  • 1/4 Tl Kurkumapulver
  • 1 El Berberitzen (die sind manchmal schwer zu bekommen und sie selbst anzubauen macht keinen Spaß – besonders das Pflücken!)
  • Öl
Grünes Omelett

Grünes Omelett (Kuku-je Ssabsi)

Zubereitung

  1. Das feingehackte Grünzeug mischen.
  2. Eier in einer Schüssel schaumig schlagen, dann mit der Kräutermischung, Walnüssen und Mehl vermengen und mit den Gewürzen abschmecken (Kurkumapulver schmeckt nicht besonders intensiv, gibt aber eine schöne gelbe Farbe – es ist der Safran des kleinen Mannes).
  3. Die Berberitzen dazugeben; wer keine bekommen hat, verzichtet drauf: Grün schmeckt auch ohne rote Einsprengsel (und ohne gelbe auch!)
  4. Öl erhitzen und darin die Kräuter-Ei-Mischung von einer Seite goldbraun anbraten. Wie gesagt: Hier kann man grundsätzlich rühren und je länger, umso luftiger das Endergebnis – allerdings ist dieses Omelett nicht als besonders luftig gedacht. (Leichter geht das Wenden, wenn Sie das Omelett vorher vierteln!)

Kartoffelkuchen

Dies ist für viele eine besondere Überraschung: Ein orientalisches Kartoffelrezept! Und das Ergebnis schmeckt nicht nur heiß, sondern auch noch kalt.

Zutaten

  • 500 g Kartoffeln, festkochend oder vorwiegend festkochend, geschält und in großen Würfeln
  • Salz
  • 2 Zwiebeln, in kleinen Würfelchen
  • 6 El Öl
  • 1 Bund Petersilie, fein gehackt
  • 1/2 Tl Kurkumapulver und gemahlener schwarzer Pfeffer
  • 1/4 Tl frisch geriebene Muskatnuss
  • 1 Prise Zimt(-pulver)
  • 4 Eier
  • 1 Zitrone (benötigt wird der Saft zum Beträufeln, aber das ist optional!)

Zubereitung

  1. Kartoffeln in Salzwasser weich kochen, abgießen und abtropfen lassen.
  2. Zwiebeln in 2 El Öl bei schwacher Hitze goldgelb andünsten.
  3. Kartoffeln zerdrücken, Petersilie, Zwiebeln und Gewürze (auch noch etwas Salz) unterrühren. Eier aufschlagen, leicht verquirlen und ebenfalls unter die Kartoffelmasse heben.
  4. Im restlichen Öl die Kartoffelmasse bei kleiner Hitze ohne Deckel etwa 10 Minuten braten, wenden und noch einmal etwa 8 Minuten von der anderen Seite garen.
  5. Wer mag: Mit Zitronensaft beträufeln. In jedem Fall: Heiß aus der Pfanne servieren.

Spinatsalat mit Minzsirup (Scharbat-e Sekandschabin)

Der Minzsirup eignet sich auch als erfrischendes Dressing zu anderen Salaten. Und im Sommer wird er im Iran gerne mit geriebener Gurke vermischt.

Zutaten

  • 1 kg Zucker (für 1 1/2 l Sirup!)
  • 150 ml Apfelessig
  • 5 Zweige frische Minze
  • 750 g Spinat
  • Salz
  • 4 El Olivenöl
  • 40 g Pinienkerne, oder Mandeln, gehackt
  • 1 Bund Frühlingszwiebeln, in feinen Ringen
  • 4 Zehen Knoblauch, fein gehackt
  • 1 rote Chilischote, fein geschnitten, mit Kernen (wenn das z scharf sein sollte, geht es zur Not auch ohne!)
  • 40 g Rosinen, oder andere klein gehackte Trockenfrüchte
  • 1/2 Tl Korianderpulver
  • frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
  • 1 El Zitronensaft

Zubereitung

  1. Zucker mit 1/2 l Wasser und Apfelessig zum Kochen bringen und bei mittlerer Hitze etwa 30 Minuten kochen lassen.
  2. Die Minze zu einem Sträußchen binden und 5 Minuten mit den anderen Zutaten zusammen kochen, dann herausnehmen und den Sirup abkühlen lassen, danach in eine sterilisierte Flache füllen und verschließen.
  3. Den Spinat kurz in Salzwasser blanchieren, also aufkochen lassen, etwa 2 Minuten kochen und dann unter reichlich kaltem Wasser abschrecken.
  4. Im Öl die Pinienkerne anrösten, dann Zwiebeln, Knoblauch, Chili und Rosinen dazugeben und kurz weiterbraten.
  5. Spinat unterheben, mit Gewürzen abschmecken und unter Rühren so lange erhitzen, dass der Spinat wieder heiß serviert werden kann.

Rhabarbersorbet

Rhabarber gehört zu den wenigen Dingen, die den Frühling noch besser machen als er an sich schon ist. Ein anderes ist Eis. Hier haben wir eine Kombination aus beiden.

Zutaten

  • 500 g Rhabarber, abgefädelt und in Scheiben geschnitten
  • 125 g Zucker
  • 2 El Rosenwasser
  • 1 Prise Zimt(-pulver), wer mag: Minze zum Garnieren und 2 Tropfen rote Lebensmittelfarbe

Zubereitung

  1. Rhabarber, Zucker und 150 ml Wasser in einem Topf heiß werden lassen und bei kleiner Hitze in ungefähr 10 Minuten den Rhabarber weich kochen.
  2. Rhabarber und Kochflüssigkeit pürieren und womöglich durch ein Sieb streichen, falls das Püree noch sehr fasrig ist, mit Rosenwasser und Zimt vermischen.
  3. Die Mischung ins Gefrierfach stellen. Es dauert etwa 4 Stunden bis sie fest ist, dabei immer wieder einmal umrühren.

Weiterlesen »

Klimaschutz: Aktuelles

zusammengestellt von Eike Harden aus Pressemitteilungen der GRÜNEN-Landtagsfraktion.

Weitere Links

Volker Bajus, von dem die beiden folgenden Reden stammen, hat Recht: Die Energiewende kann ein Innovationsmotor werden und ein wirtschaftlicher Erfolg: Das legt dieser Artikel dar.

Förderung der Solarenergie

Rede von Volker Bajus, unter anderem energiepolitischer Sprecher, vom

Wir in Niedersachsen wissen, dass wir die Klimaschutzziele erreichen wollen. Für uns als Küstenland ist das eine Überlebensfrage. Deutschland hat sich verpflichtet, seine CO2-Emissionen um 80 bis 95 % bis 2050 zu reduzieren. Das ist eine Herkulesaufgabe, der wir uns stellen müssen. Die Landesregierung hat dazu ein Klimagesetz vorgelegt, mit dem wir diese Globalziele für das Land umsetzen. Damit packt Rot-Grün aktiv eine der größten Herausforderung der kommenden Jahrzehnte an.

Wir in Niedersachsen wollen und können Klimaschutz!

Für uns als Agrarland ist das aber eine doppelte Herausforderung. So stammen bei uns zwar 80 % Treibhausgase aus dem Energiesektor. 20 % jedoch aus der Landwirtschaft, unter anderem aus entwässerten Mooren. Ein großer Teil dieser agrarwirtschaftlich bedingten Emissionen wird nur schwerlich zu reduzieren sein. Ein Beispiel: Die natürliche Verdauung von Wiederkäuern ist zwangsläufig mit Methanemissionen verbunden. Daran wird niemand ernsthaft etwas ändern können oder wollen. Umso wichtiger ist es für uns als Niedersachsen daher, dass wir unsere Energieerzeugung ambitioniert umstellen.

In einem zielführenden Energiemix der Zukunft ist die Windenergie unverzichtbar. … Aber noch wichtiger ist der Beitrag der Sonne. Im Energieszenario, das die Landesregierung am Runden Tisch Energiewende diskutiert hat, wird von einem Anteil der Sonnenstromerzeugung von 36 % ausgegangen. Heute sind wir bei rund 4 %. Insbesondere also, was die Solarenergie angeht, gibt es noch viel zu tun.

Nun haben sich die Förderbedingungen für Photovoltaik in den letzten Jahren immer wieder geändert. Mit dem aktuellen Ausschreibungsmodell ist der Wettbewerbsdruck gestiegen, nur der günstigste Anbieter bekommt den Zuschlag. Da darf der Norden mit seiner etwas geringeren Sonneneinstrahlung nicht zu kurz kommen. Der Bund muss die Bedingungen fair gestalten, damit in allen Regionen der Ausbau der Solarenergie vorangeht. Es kann nicht sein, dass die Solarförderung nun zukünftig vor allem in den Süden geht. Für einen guten Mix brauchen wir auch Photovoltaik.

Auch für Solaranlagen auf dem eigenen Dach müssen weiterhin vernünftige Anreize geben. Das hat auch der Bund erkannt und sich endlich dazu durchgerungen, so genannte Mieterstrommodelle zu ermöglichen: Betreiber von Photovoltaik-Anlagen auf Wohngebäuden sollen einen Zuschlag erhalten, der sich an der EEG-Umlage orientiert. Solaranlagen auf dem eigenen Dach lohnen sich also nicht mehr nur für den Eigenverbrauch, sondern auch, wenn man den Strom an die Mieterinnen und Mieter weitergibt. Gut so, das muss jetzt schnellstmöglich umgesetzt werden. Damit das zum Erfolg wird, sind Informationskampagnen nötig. Denn für viele Vermieter war das bislang überhaupt kein Thema.

Das gilt auch für das Thema Eigenverbrauch, dass für Eigenheimbesitzer durch die Änderungen der Förderbedingungen und durch neue Batteriespeicher für den Heimnutzung attraktiv macht. Das Land kann hier auch seine eigenen Potenziale in Hinblick auf die Eigenstromversorgung überprüfen. Deswegen soll besonders bei Neu- und Umbauten geprüft werden, ob sich Solaranlagen auf Landesdächern lohnen und wir so bares Geld und zugleich klimaschädliches CO2 sparen. Die Kosten der Solarstromförderung, die EEG-Umlage, werden deutschlandweit gleichmäßig verteilt. Wir haben also auch ein besonderes Interesse, dass auch die Förderung im Norden ankommt, dass unser Solaranlagenausbau mit dem Rest der Republik Schritt hält.

Antrag zur Energiewende

Rede von Volker Bajus vom

An einem Punkt gibt es in diesem Haus keinen Zweifel: Niedersachsen ist das Land der Erneuerbaren Energien Nr. 1. Hier ist die Energiewende zu Hause. Und, das ist nicht nur so, weil wir als Küsten- und Agrarland genau wissen, dass Klimaschutz für uns eine Existenzfrage ist, nicht nur, weil wir wegen Gorleben, Schacht Konrad, der Asse und mit den alten AKWs wissen, welchen hochriskanten Wahnsinn die Atomenergie mit sich bringt, nicht nur, weil wir als Erdöl- und Erdgas-Förderregion wissen, was Erdbeben, Lagerstättenwasser-Verpressung und Fracking-Risiken bedeuten.

Sondern, wir sind auch das Land der Energiewende, weil wir darin eine Riesenchance sehen. Und zwar umweltpolitisch wie industrie- und wirtschaftspolitisch.

Die Energiewende, die erneuerbaren Energien, sie sind eben nicht nur klimapolitisch das Gebot der Stunde, sondern auch Innovationsmotor und Zukunftsperspektive für unser Land, für unsere Wirtschaft, für die Menschen. Die neuen Energietechnologien sind zentrale Zukunftsbranche, 60 000 Arbeitsplätze im Bereich der Erneuerbaren – allein in Niedersachsen! Tendenz steigend.

Und, genau dafür steht Rot-Grün. Wir wollen, dass diese Erfolgsgeschichte weiter geht. Dazu gehört aber weit mehr, als die Produktion von Ökostrom aus Wind, Sonne, Biogas und Wasser. Dazu müssen wir endlich auch bei den Themen Speicherung und Energie-Steuerung weiterkommen. Und dazu insbesondere die Sektorkopplung, also die intelligente Verknüpfung der Bereiche Strom, Wärme, Verkehr und Industrieprozesse weiter vorantreiben. Hier humpelt der Bund mit seiner Politik leider weiter hinterher. Dazu brauchen wir mehr Wissen, mehr Forschung und mehr Pilotprojekte. …

Hierzu macht Niedersachsen schon viel. Wir können aber mehr!

… Nirgendwo in Niedersachsen ist die Bedrohung durch den Klimawandel realer und existentieller als auf unseren Inseln. Auch wenn wir uns alle über die angenehmen Märztemperaturen freuen. Wieder war es ein Monat mit neuen Wärmerekorden, wieder ein Beleg, wie weit die Klimaerwärmung schon fortgeschritten ist. Insoweit ist das Thema Klimaschutz auf den Inseln schon lange verankert. Und, Pilotprojekte zur Energiewende bieten sich angesichts der vielen Besucherzahlen zur Demonstration und Information ja geradezu an. Zudem liegen die Inseln in einer Region, die bereits heute weit mehr Ökostrom produziert als verbraucht. Hier jetzt dazu eine Ökoenergie-Vollversorgung auf den Weg zu bringen ist eine technisch und organisatorisch äußert spannende Aufgabe.

Allerdings, als „Modell“ eignen sich die Inseln nicht. Denn die Bedingungen dort, ohne produzierendes Gewerbe, ohne Industrie und stattdessen mit viel Tourismus sind eben sehr spezifisch und nicht auf den Rest des Landes übertragbar. Oder zielt der CDU-Antrag wirklich darauf: Die De-Industrialisierung Niedersachsens? Im Ernst, „Modell“, nein, das macht keinen Sinn, aber Pilotregion, also Pionier- und Testregion, das sehr wohl. Schön, dass sich dahinter der ganze Landtag versammelt.

…Vor gut 20 Jahren hieß es in einer Werbekampagne der Atom- und Kohlestromerzeuger: „Sonne, Wasser oder Wind können auch langfristig nicht mehr als 4 % unseres Strombedarfs decken“. Wir GRÜNE haben dieser Lügen-PR schon damals nicht geglaubt. Andere leider schon. Die damalige Umweltministerin Angela Merkel zum Beispiel. Dummerweise sind auch die Strom-Konzerne ihrer eigenen PR-Abteilung auf den Leim gegangen und haben nicht in neue Öko-Energie investiert sondern auf die alte fossile Technik gesetzt. Sie wollten die Wende der Energietechnik nicht wahrhaben. Mit dem Ergebnis, dass heute alle am finanziellen Abgrund stehe. Die Energiewende, den Trend zu Einsparung, Effizienz und Ökoenergie, haben sie komplett verpennt.

Inzwischen hat die Ökostromproduktion die 4 % schon recht lange hinter sich gelassen. Rund ein Drittel beträgt die Erzeugung bundesweit, in Niedersachsen kratzen wir schon an den 50 %. Und – das Licht geht nicht etwas aus, sondern Deutschland exportiert sogar noch Strom – seit Fukushima übrigens so viel wie nie.

Doch es geht eben nicht allein um den Ökostrom-Ausbau. Diese Erfolgsgeschichte muss weitergehen, aber nicht ohne die anderen wichtigen Themen. Wir haben keine Zeit zu verlieren, und dürfen nicht wie in der Autoindustrie wieder einen neuen Technologiepfad vertrödeln. Wir müssen jetzt den nächsten großen Schritt für die Energiewende gehen. Und das sind die Themen Speicher, intelligente Steuerung von Angebot und Nachfrage und Flexibilisierung.

Mit der Kopplung des Strom-, Wärme- und des Mobilitätssektors können die Kosten für das Netzmanagement endlich sinken, weil zum Beispiel die Redispatch-Maßnahmen, die Windkraftabschaltung, überflüssig würden. Zudem stabilisiert eine erfolgreiche Sektorkopplung die Stromnetze. Instrumente dafür können sowohl die intelligente Steuerung von Energieangebot und -nachfrage sowie die Umwandlung und Speicherung von elektrischer Energie sein. Nötig sind dafür geeignete Preisanreize, damit zum Beispiel das gezielte Aufladen von privat und öffentlich genutzten E-Fahrzeugen in Zeiten hoher Stromerzeugung attraktiv wird. Genau darum geht es auch beim Projekt Enera im Nordwesten unseres Landes, wo sich über 70 Akteure zusammen getan haben. Um zu zeigen: ja wir können Energiewende, effizient und intelligent. Und genau dafür steht auch unser Antrag, steht unsere, steht unsere rot-grüne Politik in Niedersachsen!

Energiewende – nur mit uns.

Weiterlesen »

Veggie Day – Folge 7: Frohe Ostern!

von Eike Harden.

Die folgenden Gerichte werden traditionell in verschiedenen Winkeln Nordeuropas zu Ostern gegessen. Ich lasse einfach nur das Lamm weg. Da Ostern aber ein beweglicher Feiertag ist, passt er zu den stark jahreszeitabhängigen Witterungsbedingungen in den gemäßigten Breiten eigentlich eher schlecht als Datum für bestimmte Speisen. In manchen Jahren hat man beispielsweise an Ostern noch keinen Rhabarber zur Verfügung. In diesem Jahr könnte es allerdings passen – aber der Rhabarber schmeckt auch in der Woche nach Ostern noch gut.

Cross Buns

Cross Buns sind heiße Brötchen mit einem Kreuz obendrauf und ein traditionelles Karfreitagsessen in Irland.

Zutaten

  • 450 g weißes Mehl
  • 1 Tl Hefe (eine Sorte, die schnell geht, verkürzt die Zeit deutlich, bei normaler Hefe muss der Teig über Nacht gehen).
  • 1 großzügige Prise Salz
  • 1/2 Tl Zimt
  • 1 Tl Piment
  • 3/4 Tl Muskatnuss, gemahlen
  • 90 g Rosinen
  • 90 g getrocknete Johannisbeeren
  • 30 g Orangeat
  • 1 Ei, Größe M, geschlagen
  • 250 ml Milch
  • 2 Tl Butter
  • 45 g Mehl

Zubereitung

  1. Mehl, Hefe, Salz, Gewürze und Trockenfrüchte mischen, dann Ei und Milch hinzugeben, bis ein weicher Teig entstanden ist (das steuern Sie über die Milch, die Sie hinzugeben), gut kneten
  2. 12 Brötchen daraus formen und auf einem gut eingefetteten oder mit Backpapier belegten Backblech so platzieren, dass die Brötchen aufgehen können.
  3. Ruhen lassen, bis sie etwa das Doppelte ihrer ursprünglichen Größe erreicht haben.
  4. Den Teig für die Kreuze machen: Butter, Mehl und gerade so viel Wasser vermischen, dass ein weicher Teig entsteht, dann ausrollen und in 24 feine Streifen schneiden.
  5. Jeweils 2 Streifen Kreuzteig kreuzförmig auf die Brötchen legen.
  6. Bei 200° für etwa 25 Minuten backen.
  7. Im Idealfall warm und mit Butter servieren.

Karfreitagssuppe

Zumindest im süddeutschen und schweizerischen Raum hieß es früher, dass Linsen von den Sünden läutern sollten. Deshalb aß man mancherorts am Karfreitag eine Linsensuppe.

Zutaten

  • 175 g braune oder grüne Linsen
  • 2 ganze Gewürznelken
  • 1 Lorbeerblatt
  • Butter oder Öl
  • 1 Zwiebel, fein gehackt
  • 100 ml Rotwein
  • 1 El Gemüsebrühpulver
Karfreitagssuppe

Karfreitagssuppe

Zubereitung

  1. Die Linsen in 1 l Wasser zum Kochen bringen, Nelken und Lorbeer hinzufügen und mitkochen (man kann Nelken und Lorbeerblatt gut in ein Tee-Ei geben, um sie leichter wieder zu entfernen – allerdings kann es auch Spaß machen, sie zu suchen: Ich habe als Kind immer die Nelken gesucht, sie waren „Männer mit Hut“, oder ohne, wenn der Nelkenkopf fehlte)
  2. Im Öl die Zwiebel glasig braten und nach etwa 30 Minuten zu den gekochten Linsen geben.
  3. Mit Rotwein und Gemüsebrühe verrühren und noch einmal 5 Minuten kochen lassen.
  4. Sehr gut schmeckt die Suppe mit einer Sahnehaube.
Karfreitagssuppe mit Nelken

Gesucht – gefunden! Lorbeerblätter und „Männer“ (Nelken) aus der Karfreitagssuppe.

Mit Bier überzogene Wurzeln

In Frankreich gibt es „Carottes Vichy“, Wurzeln, die mit Butter und Zuckerwasser überzogen sind. Mit Bier statt Zuckerwasser ergibt sich etwas leicht Bitteres, aber trotzdem Leckeres.

Zutaten

  • 45 g Butter
  • 500 g Wurzeln in nicht zu feinen Scheiben
  • 1/2 Tl Salz
  • 250 ml Bier (ich mag ein malziges, dunkles Bier)
  • Frisch gemahlener schwarzer Pfeffer zum Abschmecken
Mit Bier überzogene Wurzeln

Mit Bier überzogene Wurzeln

Zubereitung

  1. Die Butter in einem breiten Topf oder einer Pfanne zerlaufen lassen, darin die Wurzelscheiben gut verteilen, salzen und unter Rühren garen, so dass alle Scheiben gut mit der Butter überzogen werden.
  2. Bier hinzugießen und aufkochen.
  3. Bei mittlerer Hitze (das Bier soll ein bisschen blubbern!) etwa 25 Minuten köcheln lassen, dabei ab und zu umrühren. Mit Pfeffer und (wenn nötig) mehr Salz abschmecken.

Rhabarbertorte mit Custard

Zutaten

  • 280 g Mehl
  • 55 g Puderzucker
  • 170 g Butter
  • 1 Eigelb (ich tue das übriggebliebene Eiweiß zur Soße)
  • 675 g junger Rhabarber, in Stücken von etwa 2,5 cm Länge
  • 110 g Zucker
  • 4 Eier
  • 30 g Zucker
  • 575 ml Milch

Zubereitung

  1. Mehl und Zucker in eine Schüssel sieben und die Butter einreiben, so dass feine Streuselchen entstehen.
  2. Das Eigelb und etwas Wasser hinzugeben, bis ein fester Teig daraus wird.
  3. Diesen Teig ausrollen und in zwei Teile aufteilen. Mit feuchten Händen jeweils die Ränder etwas umbiegen und den Rhabarber auf einer der Teigplatten ausbreiten, mit Zucker bestreuen, die andere Teigplatte obendrauf legen und an den Seiten verschließen.
  4. Inzwischen den Backofen auf 190° vorheizen und die Torte im Backofen etwa 45 Minuten backen.
  5. Für die Custardsoße die Eier und den Zucker schlagen und leicht erwärmte Milch hinzufügen. Dann erwärmen und rühren, bis die Soße leicht eindickt. Achtung: Nicht kochen lassen! Die Soße zur Torte servieren.

Mämmi/Memma

Mämmi, von den Schweden, die ihn „adoptiert“ haben, Memma genannt, ist ein finnischer Malzpudding. Und die Bezeichnung Pudding ist dabei ganz englisch zu verstehen: Er muss lange bei sanfter Hitze garen. Früher wurde er am Ostersonntag in einem Birkenrindenkörbchen serviert, mit Zucker und Sahne, heute häufig mit Vanilleeis. Sowohl das Vanilleeis als auch die in diesem Rezept verwendeten Pomeranzenschalen sind natürlich wieder ein kleines Zugeständnis an den Geschmack, denn sie wachsen nicht bei uns (und erst recht nicht in Finnland!) und können also nicht aus regionalem Anbau besorgt werden.

Zutaten

  • 2 Streifen getrocknete Pomeranzenschale (Pomeranzen sind bittere Orangen, mit normalen Orangen geht es prinzipiell auch oder zur äußersten Not mit Orangeat)
  • 400 g grobes Roggenmehl
  • 150 g Roggenmalzpulver (das gibt es sogar im wohlsortierten Supermarkt bei den Backzutaten – nur falls Sie sich wundern, weil Sie es noch nie gekauft haben)
  • 1 Tl Salz
  • 140 g Zuckerrübensirup (den habe ich nur als „Bio“ gefunden!)

Zubereitung

  1. Die Pomeranzenschalen mit 2 l Wasser auf 60° erhitzen, dann Mehl und Malz unter Rühren hinzufügen.
  2. Die angerührte Mischung nun für 3 Stunden möglichst konstant bei 60° halten. Die Malzenzyme spalten die Stärke im Mehl auf und es entsteht Zucker.
  3. Den Backofen auf 175° vorheizen.
  4. Salz und Sirup zum Mehlbrei geben und unter Rühren zum Kochen bringen. Auf jeden Fall gut rühren, sonst setzt sich die Masse am Topfboden fest und brennt womöglich sogar an! Dann noch 10 Minuten bei mittlerer Hitze köcheln lassen.
  5. Die Masse in eine ofenfeste Form füllen (Achtung! Sie geht noch ein wenig auf) und 3 Stunden backen. In den ersten 1 bis 1 1/2 Stunden noch jede Viertelstunde einmal umrühren. Den Mämmi warm servieren oder abgedeckt an einem kühlen Ort stehen lassen, er hält sich ein paar Tage.

Weiterlesen »

Landwirtschaftspolitik: Aktuelles

zusammengestellt von Eike Harden aus Pressemeldungen der GRÜNEN-Fraktionen im niedersächsischen Landtag.

In der letzten Woche tagte der Landtag wieder einmal und es gab einige wichtige Beschlüsse, darunter auch zur Landwirtschaft. Ich hatte ohnehin geplant, die Entwicklungen aus den ersten paar Monaten dieses Jahres einmal zusammenzustellen, denn z. B. die Schweinemast in Borstel ist ja auch in Winsen ein wichtiges Thema – an manchen Tagen stinkt es einfach zum Himmel! Auch unsere Bundestagskandidatin Nadja Weippert hat sich die Landwirtschaft als eines ihrer Schwerpunktthemen ausgesucht. Dann aber las ich den Newsletter unserer GRÜNEN-Landtagsfraktion und unsere Fraktionsvorsitzende Anja Piel berichtete davon, dass die CDU erklärt habe, inzwischen gebe es Drohungen gegen Landwirte. Ein bisschen fühlte ich mich an die Legende von den „Öko-Terroristen“ erinnert, die im Unterschied zu anderen terroristischen Bedrohungen jedoch keinen Menschen schaden (in den Staaten wurde schon gegen Umwelt- oder Tierschützer wegen Terrorismus ermittelt, obwohl diese nachweislich keinem einzigen Menschen physisch geschadet hatten). Auch Anja hat darauf recht kühl reagiert, wie unten zu lesen ist. Außerdem gibt es folgenden

Inhalt

Editorial von Anja Piel vom
Antrag zu Antibiotikaresistenzen, Rede von Hans-Joachim Janßen vom
Tierschutz-Verbandsklagerecht, Rede von Miriam Staudte vom
Hinweis auf eine Pressemitteilung anlässlich des Weltwassertages
Wir haben's GlyphoSatt! – Pressemitteilung der niedersächsischen GRÜNEN vom

Das Editorial von Anja Piel

Tierhaltungsbetriebe und Mastställe sind in Niedersachsen immer größer geworden und stoßen zunehmend auf den Widerstand von Anwohnerinnen und Anwohnern. Berichte über Ausbeutung von Menschen, Tieren und der Natur machen Menschen in Niedersachsen skeptisch, ob die Industrialisierung der Landwirtschaft wirklich nur ein Segen ist.

Natürlich können wir GRÜNE diesen Strukturwandel nicht rückgängig machen. Aber es weht ein anderer Wind in Niedersachsen. Rot-Grün fördert Ökolandbau, setzt Standards beim Tierschutz, in der Düngung und bei den Pestiziden. In dieser Woche haben wir das Verbandsklagerecht für Tierschutzverbände beschlossen.

Und wir reden über die Probleme. Das ist wichtig für alle im Land, auch für die Landwirte, die selbst unter einem unglaublichen wirtschaftlichen Druck stehen, ständig zu expandieren.

In dieser Landtagssitzung kam es nun zu einer Debatte, die mich sehr nachdenklich gemacht hat. Mit großer Vehemenz warfen uns die Fachpolitiker der CDU vor, wir GRÜNE seien schuld daran, wenn Landwirte mit ihren Familien in Niedersachsen angegriffen und gemobbt würden. Ich kenne solche Fälle nicht. Aber klar, persönliche Diffamierungen wären nicht Sinn der Sache. Was es gibt: Jede Menge Kritik an der industrialisierten Landwirtschaft.

Nur sind es nicht allein wir GRÜNE, die kritisch nachfragen. Es sind die Verbraucherinnen und Verbraucher. Sie setzen sich gegen Stallbauten zur Wehr. Sie haken nach, wenn über Skandale berichtet wird. Sie sind es, die ihren Lebensraum mitgestalten wollen.

Vielleicht zeigt die Debatte einfach, dass sich etwas ändert. Wenn etwas lange als selbstverständlich galt, fühlt sich manchmal auch schon eine kritische Frage wie ein persönlicher Angriff an. Dabei gehört das zur normalen politischen Auseinandersetzung. Und die ist notwendig.

Antrag zu Antibiotikaresistenzen

Rede von Hans-Joachim Janßen, Sprecher für Agrarpolitik, Naturschutz, Forstwirtschaft, Fischerei und Raumordnung

Obwohl wir, glaube ich, allesamt wie wir hier sitzen das Problem erkannt haben; obwohl uns allen bewusst sein dürfte, wie ernst die Gefahr der wachsenden Antibiotikaresistenzen für die Bürgerinnen und Bürger ist, ist es uns doch leider nicht gelungen, unsere unterschiedlichen Anträgen zu diesem Thema zu einen. Wir konnten vor allem deshalb zu keinem gemeinsamen Beschluss kommen, weil Sie das gravierende Problem der Reserveantibiotika nicht konsequent anpacken wollen und sich mit ihren Formulierungen immer wieder Hintertürchen offenhalten! Sie ignorieren die wissenschaftlichen Ergebnisse und medizinischen Warnungen. Für Colistin, das als eines der letztes wirksamen Reserveantibiotika gilt, konnten aus dem Einsatz in der Tierhaltung entstandene Resistenzen weltweit bereits nachgewiesen werden. 2014 wurden 107 t Colistin in Deutschland verbraucht, überwiegend in der Geflügelhaltung! Gerade diese Antibiotika dürfen aber nicht mit der Gießkanne über Mastbetriebe und andere Tierhaltungsbetriebe ausgeschüttet werden. Antibiotika müssen sparsam und ziel­gerichtet eingesetzt werden, um Resistenzen zu vermeiden, so dass sie ihre Wirksamkeit möglichst lange erhalten. Und Antibiotika von besonderer Relevanz für die Humanmedizin müssen daher auch nur dem Menschen vorbehalten sein!

Darüber hinaus wollen wir weitere Antibiotika schwerpunktmäßig dem Menschen vorbehalten, in der Tiermedizin sollen sie nur dann eingesetzt werden, wenn die üblichen Antibiotika hier nicht wirken. Diese 3-Klassen-Einteilung der Antibiotika ist wesentlich, um ein höchstmögliches Maß an Sicherheit für die langfristige Wirksamkeit von Antibiotika zu erhalten.

Im Übrigen besteht ein wissenschaftlich belegter Zusammenhang zwischen dem vermehrten Auftreten von so genannten „Nutztier-assoziierten“ multiresistenten Staphylococcus aureus (MRSA) in Regionen mit einer intensiven Tiermast. Das gilt vor allem für Menschen mit intensivem Tierkontakt aber auch darüber hinaus. Bei Laboruntersuchungen der Fleisch-Stichproben von Aldi, Lidl, Netto, Penny und Real wurden sowohl MRSA-Keime als auch ESBL-bildende Keime gefunden. Sogar auf Gemüse sind resistente Bakterien bereits zu finden. Über die Abluft der Ställe oder mit den Exkrementen gelangen sie auf die Felder, durch Abdrift in die Oberflächenwasser. Dieser Keimverbreitung gilt es Einhalt zu gebieten und die Resistenzbildung nicht noch durch den Einsatz letzter Reserveantibiotika anzufeuern.

Sicherlich ist die Reduktion des Antibiotika-Einsatzes in der Tierhaltung nicht die einzige Notwendigkeit. Auch im Bereich der Humanmedizin ist ein sensiblerer Umgang mit dem Einsatz von Antibiotika notwendig. Die Landesregierung hat bereits 2015 einen interministeriellen Arbeitskreis gegründet, in dem die entsprechenden Fachleute, Ärzte und Tierärzte regelmäßig hinzu gezogen werden und in dem natürlich die Ergebnisse der Maßnahmen in der Human- und Tiermedizin ausgewertet werden. Hier wird im Sinne einer One-health-strategie zusammen gearbeitet. Die Hinzuziehung der Fraktionen aus dem niedersächsischen Landtag halten wir ehrlich gesagt für entbehrlich, deshalb, meine Damen und Herren von FDP teilen wir ihre Forderung nach einem weiteren „Runden Tisch Antibiotika“ nicht.

Die Landesregierung hat auch im Bereich der Humanmedizin bereits umfassend gehandelt, z. B. im Bereich der Verbraucheraufklärung durch die Broschüre „Kein Antibiotikum – warum?“, z. B. durch Fortbildungsangebote zur Antibiotikatherapie durch das Landesgesundheitsamt, z. B. durch den interdisziplinären Forschungsverbund niedersächsischer Hochschulen im Sinne der One-Health-Strategie.

Das Land Niedersachsen hat im Übrigen mit seiner Antibiotikastrategie im Nutztierbereich bereits deutliche Erfolge bei der Reduktion des Antibiotikaeinsatzes erreicht. Unser Ziel, den Antibiotikaeinsatz in 5 Jahren um die Hälfte zu reduzieren konnten wir bereits jetzt nahezu erfüllen. Der gemeinsame Einsatz von Landwirten, Tierärzten und Kontrolleuren zeigt, dass es machbar ist.

Dennoch ist bei der Begrenzung des Reserveantibiotika-Einsatzes noch viel zu tun, denn dieser ist gerade bei der bedeutendsten Gruppe der Fluorchinolone, nach wie vor viel zu hoch. Und deshalb, weil wir stringent Reserveantibiotika dem Menschen vorbehalten wollen, werden hier unseren Antrag beschließen.

Rede zum Tierschutzverbandsklagerecht

Rede von Miriam Staudte, Sprecherin für Atompolitik, Verbraucherschutz, Tierschutz, Jagdpolitik

Im Artikel 20a des Grundgesetzes steht seit 2002 – seit 15 Jahren – folgender Wortlaut: Der Staat schützt auch in Verantwortung für künftige Generationen die natürlichen Lebensgrundlagen und die Tiere … durch Gesetzgebung, durch vorziehende Gewalt und durch … Rechtsprechung. Also durch alle 3 Gewalten.

Auch in Artikel 6b der Niedersächsischen Landesverfassung ist das Staatsziel Tierschutz verfassungsrechtlich verankert. Doch Papier ist geduldig – auch Papier, auf dem Verfassungen geschrieben werden – und daher beschließen wir heute das Gesetz über Mitwirkungs- und Klagerechte von Tierschutzorganisationen, damit insbesondere die Rahmenbedingungen für eine tierschutzgerechte Rechtsprechung verbessert werden können. Tiere selbst können nicht vor Gericht ziehen, daher sollen künftig in Niedersachsen Tierschutzorganisationen dies stellvertretend tun können. Und das ist ein wirklicher Meilenstein, Tierschützerinnen und Tierschützer mussten schon zu lange zusehen wie die Verfassung missachtet wurde, wie Behörden Anträge in Bezug auf Tierschutz durchgewunken haben, wohl wissend, dass sie immer nur von einer Seite verklagt werden können, von der des jeweiligen Antragstellers.

Denn bislang darf laut Verwaltungsrecht nur derjenige klagen, der nachweislich in seinen eigenen Rechten verletzt wird. Im Bereich des Tierschutzes dürfen damit nur die Tierhalter bzw. -nutzer klagen, wenn sie sich durch Tierschutzstandards beeinträchtigt fühlen. Insofern sind wir der Auffassung, dass auch schon diese Klageform der reinen Feststellungsklage eine disziplinierende Wirkung entfalten wird. Man kann es auch positiver ausdrücken: Das Tierschutzverbandsklagerecht stärkt den Genehmigungsbehörden den Rücken bei der Durchsetzung von Tierschutzbelangen.

Doch am besten ist es natürlich, wenn Klagen erst gar nicht notwendig werden: In tierschutzrelevanten Genehmigungsvorgängen wird es daher schon im Vorfeld ein Recht zur Mitwirkung und zur Stellungnahme geben. Zum Beispiel

  • bei bau- oder immissionsschutzrechtlichen Genehmigungen von gewerblichen Tierställen,
  • bei Tierversuchen,
  • bei der Zucht von Tierversuchstieren,
  • bei Ausnahmen für Schlachten ohne Betäubung oder
  • bei der Haltung in Tierheimen.

So können das Fachwissen und das Engagement von Tierschutzorganisationen schon frühzeitig einfließen. Und das ist überfällig! Nicht jede Gruppe ist automatisch klageberechtigt. Wie in anderen Bereichen müssen die klageberechtigten Organisationen erst durch das zuständige Ministerium, hier das Landwirtschaftsministerium anerkannt worden sein. Sie müssen gemeinnützig sein, sie müssen rechtsfähig sein, sie müssen ihren Sitz in Niedersachsen haben und schon seit 3 Jahren bestehen. Von ihrer Ausstattung her müssen sie auch in der Lage sein, ihre Aufgabe zu erfüllen.

Das Ganze ist kein völliges Neuland: Denn auch Umweltverbände haben das Recht, bei naturschädigenden Vorhaben Klage zu erheben. Da ist es nur folgerichtig eine gleichartige Klagebefugnis für anerkannte Tierschutzorganisationen einzuführen, denn nur allzu oft bleiben die Belange der Tiere bei wirtschaftlichen Interessen auf der Strecke. Auch wenn Feststellungsklagen sich nur auf den Einzelfall richten und damit nichts generell an den Standards in der Tierhaltung ändern, können richterliche Entscheidungen – gerade solche der 2. und 3. Instanz – eine große Signalwirkung entfachen. Durch diesen Präzedenz-Charakter können Klagen zu Veränderungen in tierschutzrelevanten Verordnungen führen und dadurch eine große Breitenwirkung entfachen.

Niedersachsen ist das 8. Bundesland, das die Tierschutzverbandsklage einführt und damit eine rechtliche, aber auch demokratische Lücke schließt. Vor 9 Jahren wurde die erste Tierschutzverbandsklage in Bremen eingeführt und die Erfahrungen sind gut. Klagen sind teuer, das wissen auch die finanziell nicht besonders gut ausgestatteten Tierschutzorganisationen. Diese werden sich daher sehr gut überlegen, ob und wofür sie zu Felde ziehen. Wir haben mit der Feststellungsklage zwar nur die schwächste der 3 Klageformen in dem vorliegenden Gesetzesentwurf implementieren können. Wenn es nach uns GRÜNEN gegangen wäre, stünde in dem Entwurf auch die Anfechtungs- oder Verpflichtungsklage – so wie in 5 der 8 anderen Bundesländern. Aber an diesem Ziel werden wir weiterarbeiten, bis alle Klagearten etabliert sind, auch in Niedersachsen.

Dennoch ist die Feststellungsklage kein stumpfes Schwert, wie auch die Albert-Schweitzer-Stiftung für Tierrechte befindet. Denn immerhin müssen die Behörden bei einer Feststellungsklage prüfen, ob die Belange des Genehmigungsinhabers höher wiegen als das Rücknahmeinteresse der Behörde, denn Behörden sind dazu verpflichtet, auf die Rechtskonformität von Gerichtsurteilen hinzuwirken. Das trifft auch auf Feststellungsurteile zu. Aus unserer Sicht ist die Feststellungsklage dennoch zunächst einmal ein Einstieg in das Verbandsklagerecht für Tierschutzverbände.

Im Übrigen hätte es aus unserer Sicht auch nicht geschadet, Zoos in diese Liste mit aufzunehmen. Tierschutz ist vielen Menschen ein wichtiges Anliegen. Wir sollten unseren Teil dazu beitragen!

Anmerkung Eike Harden: Die Stadt Winsen hat sich geweigert, einer Petition gegen die Haltung von Wildtieren in Zirkussen zuzustimmen – aus Angst, die Zirkusse könnten erfolgreich darauf klagen, die geforderte Bestimmung (Verbot der Nutzung städtischer Flächen) zurückzunehmen! Die Richter in Lüneburg hätten oft in diesem Sinne entschieden. Warten wir einmal ab, ob die Tierschutzverbände in Niedersachsen jetzt eine Verbesserung der Situation erreichen. Dann sollte man im Sinne der Petition ein weiteres Mal abstimmen lassen.

Hinweis auf eine Pressemitteilung anlässlich des Weltwassertags

Diese Pressemitteilung haben wir bereits auf unserer Website veröffentlicht.

Wir haben's GlyphoSatt!

Pressemitteilung der niedersächsischen GRÜNEN

GRÜNE fordern zur Agrarministerkonferenz:

  • Rolle von Monsanto bei den Studien rasch aufklären
  • Glyphosat neu und industrieunabhängig bewerten
  • Glyphosat verbieten

Die Gefahren von Glyphosat müssen endlich ernstgenommen werden. Es darf keine weiteren Neuzulassungen des gesundheitsschädigenden Pestizids geben, sagt Stefan Körner, Landesvorsitzender der niedersächsischen GRÜNEN. Die WHO hat den Unkrautvernichter Glyphosat bereits als möglicherweise krebserregend und erbgutverändernd eingestuft. Wenn der US-Agrarkonzern Monsanto jetzt versucht hat, Wissenschaftler zu instrumentalisieren, um Studienergebnisse in seinem Sinne zu beeinflussen, ist das ein Skandal und muss schnellstmöglich aufgeklärt werden, fordert Körner.

Dass die Agrarlobby auf Grundlage dieser mutmaßlich manipulierten Studien das europaweite Verbot mit Unterstützung der Bundesregierung blockiert, sei unverantwortlich.

Das wollen wir verhindern, denn es steht viel auf dem Spiel: Glyphosat gefährdet unsere Böden, die biologische Vielfalt und die menschliche Gesundheit

.

Die aktuellen Berichte machen auch klar, dass das derzeitige Verfahren der Risikobewertung von Pestiziden und anderen Stoffen auf neue Füße gestellt werden muss. Die Studien zur Risikobewertung müssen neu und unabhängig von den Konzernen organisiert werden, beispielsweise über eine staatliche Behörde. Unabhängige Institutionen könnten sich dann darum bewerben, fordert Körner.

Weiterlesen »

Ausbau der Kindertagesbetreuung

Pressemitteilung der GRÜNEN-Bundestagsfraktion.

Mit dem Investitionsprogramm Kindertagesbetreuungsausbau hat sich bis 2016 die Betreuungsquote auf 32,7 % (719 558 betreute Kinder) fast verdoppelt. Trotz dieses Erfolgs ist der quantitative Ausbau der Angebote für Unter-3-Jährige bei Weitem noch nicht abgeschlossen.

Elternbefragungen des Deutschen Jugendinstituts e. V. aus dem Jahr 2015 weisen darauf hin, dass sich 43,2 % der Eltern mit Kindern unter 3 Jahren einen Betreuungsplatz für ihr Kind wünschen. Trotz des Rechtsanspruchs auf ein Angebot für die Über-1-Jährigen Kinder gibt es daher weiterhin eine erhebliche Diskrepanz zwischen Angebot und Bedarf: Hinzu kommt ein wachsender Bedarf auch für die Kinder über 3 Jahre. Auch für die rund 150 000 Kinder im Alter von 0 bis unter 6 1/2 Jahren, die 2016 nach Deutschland geflüchtet sind, braucht es Angebote.

Für diese Kinder ist eine gute Kindertagesbetreuung und frühe Förderung eine der wichtigsten Voraussetzung zu einer erfolgreichen Integration. Um 100 000 weitere Angebote für die Kinder zu schaffen, soll das Sondervermögen in den Jahren 2017 bis 2020 Mittel von insgesamt 1,12 Milliarden Euro zugeführt werden. Viel zu wenig, wie wir angesichts des Bedarfs und vor allem der unzureichenden Qualität vieler Angebote finden. 1,5 Milliarden Euro jährlich hat die GRÜNEN-Bundestagsfraktion für den Ausbau aber auch für die Qualität der Angebote gefordert.

Dazu auch:

Pressemeldungen der GRÜNEN-Landtagsfraktion von Anja Piel und Julia Hamburg „Pläne des Kultusministeriums geben den Kommunen Planungssicherheit

Darum geht´s

Unter schwarz-gelb waren die Fördermittel zum Ausbau der Krippenplätze bei rund 5 000 € pro Platz. Diese Fördersumme wurde auf 7 700 € und in der Folge im Jahr 2015 auf 12 000 € weitgehend erhöht. Nun war seitens des Kultusministeriums eine Kürzung der Mittel auf 9 500 € angedacht, um eine Betreuungsplatzquote von 35 % zu erreichen. Dieser Richtlinienentwurf wurde in die Anhörung gegeben und wird von den Kommunen deutlich kritisiert. Wie bei diesen Anhörungen üblich, werden diese Rückmeldungen anschließend ausgewertet und daraus Konsequenzen gezogen.

Das Kultusministerium hat am aktualisierte Planungen zur Finanzierung des Krippenausbaus vorgestellt. Es soll bei der bisher geltenden Finanzierungsregelung bleiben.

Das sagen die Grünen

Anja Piel, Fraktionsvorsitzende, am

Die Pläne der Kultusministerin nehmen wir zur Kenntnis. Wir GRÜNE hielten es für falsch, die Kommunen beim Krippenausbau im Regen stehen zu lassen. Aber das ist auch gar nicht nötig. Noch läuft die Verbandsanhörung und am Ende wird sicher ein guter Weg gefunden, ohne dass bei den Kommunen eine neue Lücke entsteht. Der Ausbau der Kinderbetreuung ist eine Gemeinschaftsaufgabe von Bund, Land und Kommunen. Damit er gelingt, ist es wichtig, dass die Kommunen Planungssicherheit haben.

Julia Hamburg, Sprecherin für Kinder und Jugend, am

Wir begrüßen sehr, dass Kultusministerin Frauke Heiligenstadt heute neue Pläne zur Finanzierung des Krippenausbaus vorgestellt hat. Es bleibt beim bisher geltenden Anteil des Landes und das ist auch richtig so. Wir GRÜNE haben immer gesagt: Die Kommunen brauchen Planungssicherheit. Eine höhere Geburtenrate ist ein Grund zur Freude und nicht zum Sparen.

Weitere Informationen

Unter diesem Link zur GRÜNEN-Bundestagsfraktion

Weiterlesen »

Veggie Day – Folge 6

von Eike Harden.

Die ersten 5 Rezepte im Monat April sind dazu gedacht, die Vorratsschränke rechtzeitig zu Ostern zu leeren, damit Platz geschaffen wird für die vielen frischen, leckeren Sachen, die jetzt in unsere Küchen kommen. (Getrocknete) Pilze und Pflaumen sowie Nüsse halten zwar eine ganze Weile, aber ob sie den Sommer unbeschadet überstehen, kann man vorher nie genau wissen und vorhersagen – also besser jetzt essen, so lange sie noch gut sind. Auch der Porree wird vorerst den Frühlingszwiebeln weichen müssen.

In Deutschland wird – wie in den meisten Industrieländern – eine ganze Menge Nahrung weggeworfen, zum Teil, weil sie nicht mehr gut ist, zum Teil auch nur, weil das Mindesthaltbarkeitsdatum abgelaufen ist. Wer regional und frisch kauft, bekommt meistens kein Mindesthaltbarkeitsdatum mitgeliefert und muss sich daher auf den eigenen Augenschein und in Zweifelsfällen aufs Probieren verlassen. A propos „Mindesthaltbarkeitsdatum“: Wie der Name schon sagt, ist dies das Datum, bis zu dem sich verarbeitete Lebensmittel mindestens halten. Danach sind die meisten immer noch halt- und insbesondere verwendbar! Es ist allerdings immer ratsam, die Augen und Nasen offen zu halten, um zu sehen, ob Lebensmittel verdorben sind.

Daneben ist es aber auch wichtig, die Vorräte beizeiten aufzubrauchen, denn ewig halten sie sich meistens nicht (von Honig vielleicht einmal abgesehen, der im Regelfall nur auskristallisiert – man hat schon in altägyptischen Gräbern Honig gefunden, der auch nach Jahrtausenden prinzipiell noch hätte verzehrt werden können!) Als Vorschläge dafür deshalb diese Rezepte.

Pilz-Cremesuppe

Eine Cremesuppe mit Pilzen gehört sicherlich zum Leckersten, das die Küche hergibt – wenigstens für mich! Sie zu essen, macht einfach glücklich.

Zutaten

  • 250 g Pilze (für die Suppe im Bild habe ich Morcheln verwendet)
  • 1 Tl geschmacksneutrales Öl (ich rate grundsätzlich von Rapsöl ab, weil man damit Vergiftungen von Wildtieren in Kauf nimmt – Rapsöl ist gewissermaßen nicht vegan! Da ich aber die Haltung von Milchvieh unter entsprechenden Bedingungen nicht nur für ethisch vertretbar, sondern in einem gewissen Rahmen für sinnvoll halte, nehme ich lieber: Butterschmalz)
  • 2 Tl Butter
  • 1 halbe kleine Zwiebel, fein gewürfelt
  • 1 Knoblauchzehe, fein gewürfelt
  • 1 Prise Salz
  • etwas Pfeffer (wer hat und mag: Am besten schmeckt hier der weiße!)
  • 2 Tl Mehl
  • 125 bis 250 ml Gemüsebrühe (je nachdem, wie dick Sie die Suppe haben mögen)
  • 125 ml Milch
Pilzcremesuppe

Pilz-Cremesuppe

Zubereitung

  1. Bei mittlerer Hitze die Pilze im Öl für etwa 45 Sekunden andünsten, dann die Pilze beiseite stellen.
  2. Butter zerlaufen lassen, darin Zwiebel- und Knoblauchwürfel mit Salz und Pfeffer andünsten, bis die Zwiebeln glasig sind. (Das dauert erfahrungsgemäß etwa 5 Minuten).
  3. Das Mehl einrühren und eine kurze Zeit kochen lassen. Dabei unbedingt gründlich mit einem Schneebesen das Mehl und die Butter verrühren, damit nichts verklumpt.
  4. Nach und nach zuerst die Brühe, dann die Milch hinzugießen und weiter gründlich rühren.
  5. Etwa 10 Minuten kochen lassen, die Pilze hinzufügen und noch kurz heiß werden lassen.

Gratinierter Porree

Für die Nicht-Vegetarier passt dieses Gericht auch hervorragend zu Fleisch oder Fisch. Aber es geht eben auch gut als Vorspeise oder als Beilage zum Nussbraten!

Zutaten

  • 4 Stangen Porree (1 pro Portion!)
  • 6 El Sahne (wie üblich ist die vegane Alternative Hafersahne)
  • 50 g würziger Hartkäse, fein gerieben
  • Muskatnuss, Salz und Pfeffer
Gratinierter Porree

Gratinierter Porree

Zubereitung

  1. Den Porree als ganze Stangen (oder etwas gekürzt, quer halbiert, je nachdem, wie es in den Dämpfeinsatz passt …) dämpfen.
  2. Den Backofen vorheizen, den Porree längs halbieren und in die Auflaufform legen.
  3. Sahne und Käse verrühren, mit Muskatnuss, Salz und Pfeffer würzen (das sollte großzügig geschehen, weil es sonst keine weiteren Gewürze an diesem Gericht gibt!)
  4. Die Masse über dem Porree verteilen und im Backofen garen, bis der Käse gebräunt ist und Blasen wirft. Nachwürzen und schön heiß servieren.

Haselnussbraten

Zutaten

  • Fett für die Form
  • 250 g rote Linsen
  • 1 Lorbeerblatt
  • Öl zum Andünsten
  • 1 Zwiebel, fein gewürfelt
  • 1 Knoblauchzehe, fein gewürfelt
  • 1 Wurzel, grob geraspelt oder fein gehackt
  • 300 g Haselnüsse, 2/3 gemahlen, der Rest grob gehackt
  • 1 El Tomatenmark
  • 1 El Sojasoße
  • 120 g Semmelbrösel
  • 1 El getrockneter Oregano (für den frischen ist es noch etwas früh im Jahr – aber in manchen Küchen gedeiht er schon!)

Zubereitung

  1. Die Form (900 g) einfetten, die Linsen in viel heißem Wasser mit dem Lorbeerblatt gar und breiig kochen, dann das Lorbeerblatt entfernen.
  2. Inzwischen im Öl die Zwiebel-, Knoblauch- und Wurzelstücke andünsten.
  3. Linsenbrei, Nüsse, Gemüse mit Tomatenmark, Sojasoße, Brösel und Oregano gut vermischen und in die Form füllen.
  4. Im Ofen etwa 20 Minuten backen lassen. Man sollte schließlich den Braten aus der Form lösen und in Scheiben schneiden können.

In Earl-Grey-Tee eingelegte Trockenpflaumen

Trockenfrüchte sind ziemlich süß; sie in Zucker einzulegen, wäre daher eine ziemlich langweilige Idee. Aber in bitteren Tee: Das ergibt etwas ganz Besonderes!

Zutaten

  • 500 ml Earl-Grey-Tee, gebrüht mit 1 Tl Teeblättern und 10 Minuten Ziehzeit
  • 500 g Trockenpflaumen
  • 25 Quadratzentimeter Orangenschale
Teepflaumen

In Earl-Grey-Tee eingelegte Trockenpflaumen (hier: gemischt mit getrockneten Datteln!)

Zubereitung

  1. Mit dem Tee die Trockenpflaumen übergießen und die Orangenschale hinzufügen.
  2. Zudecken und mindestens 2 Tage kühl stellen.

Hamburger Brotpudding

Zutaten

  • 4 Eier, getrennt in Eigelb und Eiklar.
  • 80 g Zucker
  • 1 Prise Salz
  • 1 Tüte Vanillezucker
  • 3 El Sahne
  • 1 El Rum
  • 200 g gemahlene Nüsse (hälftig Haselnüsse und Mandeln beispielsweise)
  • 40 g Semmelbrösel
  • mehr Semmelbrösel und mehr Fett für die Form

Zubereitung

  1. Eigelb und Zucker schaumig schlagen, dann Salz, Vanillezucker, Sahne und Rum dazugeben und gut verrühren.
  2. Nüsse und Semmelbrösel einrühren, Eiklar steif schlagen und unterheben.
  3. Eine Puddingform ausfetten und mit Semmelbrösel bedecken (den Deckel dabei nicht vergessen!) Die Masse hineingeben, die Form verschließen und 1 1/4 Stunden im Wasserbad garen.
  4. Schließlich den Pudding auf eine Platte stürzen und mit Frucht- oder Vanillesoße servieren.

Weiterlesen »

Mehr Wohlstand und Lebensqualität: Für alle Generationen

Pressemitteilung der GRÜNEN-Bundestagsfraktion.

Der demografische Wandel ist eine zentrale Zukunftsaufgabe, die in den kommenden Jahren weiter an Bedeutung gewinnen wird. Die Bundesregierung legt dazu ihre demografiepolitische Bilanz vor, in der sie diverse Maßnahmen und Programme verschiedener Ressorts aufzählt. Doch blinde Flecke zeugen von der mangelnden strategischen Konsistenz. Es fehlen Ideen oder gar Maßnahmen zur Gestaltung unserer Einwanderungsgesellschaft. Der Zusammenhang von Gleichstellungs- und Demografiepolitik wird nicht erkannt.

Die Alterung ist eine der großen Herausforderungen unserer Gesellschaft. Kinder und Jugendliche werden weniger. Doch Fragen der Kinder- und Jugendbeteiligung kommen in den demografiepolitischen Bilanzierungen der Bundesregierung nicht vor. Der grüne Antrag „Gemeinsam für ein gutes Morgen – den demografischen Wandel gestalten“ zeigt wie diese Leerstellen geschlossen werden können. Um den demografischen Wandel zu gestalten, ist mehr erforderlich als pflichtbewusste Bilanzen und Demografiegipfel. Damit Demografiepolitik nicht zwischen den Fachministerien zerrieben wird, muss sie von einem oder einer Demografiebeauftragten im Bundeskanzleramt koordiniert werden.

Weitere Informationen

Unter diesem Link zur GRÜNEN-Bundestagsfraktion

Weiterlesen »

Aprilscherz: Antrag wird nicht gestellt werden

von Eike Harden.

Der vorgestellte Antrag war natürlich ein Aprilscherz! Allerdings mit einigen ernsten Hintergründen, die ich in diesem Artikel kurz beleuchten möchte. Es geht dabei vorrangig um Zielkonflikte, deren Lösung Aufgabe der Politik ist, und die nicht einfach mit einem Federstrich weggewischt werden können wie das die großen Vereinfacher gerne behaupten.

Flächenverbrauch

Die Versiegelung von Flächen mit Gebäuden, Straßen oder auch Parkraum ist in der Tat ein Problem. Manchmal gibt es gute Gründe, Gebäude zu bauen, seltener sind – so sehen das die GRÜNEN – gute Gründe für den Neubau von Straßen gegeben. Die Stadtplanung macht in diesem Bereich Vorschläge, wie den Zielkonflikten beizukommen sein könnte, derzeit wird besonders das Modell der „dezentralen Konzentration“ als vielversprechend angesehen: Dabei sollen Städte wie Winsen ihre Entwicklung kleinräumig konzentrieren, also möglichst auf die bereits bestehenden Siedlungsschwerpunkte beschränken, und dabei helfen, großräumig – man denke dabei: im Rahmen der Metropolregion Hamburg – die Entwicklung zu dezentralisieren.

Diese zusätzliche Siedlungskonzentration bedeutet auch, dass die abseits gelegenen kleinen Dörfer möglichst nicht weiter ausgebaut werden, sondern der Schwerpunkt auf der Kernstadt Winsen und den direkt daran angrenzenden Ortsteilen Borstel und Roydorf (sowie in geringerem Maß auf Luhdorf und Stöckte) liegt, die bereits einen engen Siedlungszusammenhang aufweisen und die dicht genug am Bahnhof liegen. Der Vorteil davon ist, dass im konzentrierten Bereich nahezu alle Ziele zu Fuß oder mit dem Fahrrad zu erreichen sind und die meisten Straßen für weniger Autoverkehr geplant werden können. Sie bleiben dann – von der Ausnahme der überörtlichen Verbindungsstraßen abgesehen – den Rettungsfahrzeugen und Krankentransporten sowie Lieferfahrten vorbehalten.

Schwierigkeiten und Lösungsansätze

Einige Politiker*innen und Bürger*innen sehen aber Nachteile dieser Politik:

  • Abgelegene Ortsteile drohen „abgehängt“ zu werden: Busse nach Sangenstedt oder Bahlburg lohnen sich kaum, solange die Dörfer nicht wachsen und deutlich mehr Einwohner*innen aufweisen können – das gerade ist aber nicht gewollt. In Winsen ist dieser Konflikt besonders deutlich zu sehen zwischen einigen Vertreter*innen der CDU, die selbst aus abgelegenen Dörfern kommen, und den GRÜNEN, die als Lösung auf mehr kooperative Lösungen (Fahrgemeinschaften, Mitfahrbörsen, Ausweitung von Rufbussystemen wie dem ASM) setzen.
  • Durch Nachverdichtungen im innerstädtischen Bereich drohen sehr kleinteilige, aber erhaltenswerte Gebäude verloren zu gehen oder die recht großen Gärten in den Villenvierteln werden von neuen, dichter geplanten Geschossbauten verdrängt (in Winsen sieht man das Phänomen oft bei Seniorenresidenzen). In diesem Punkt herrscht zwar weitgehend Einigkeit in der Politik über die Notwendigkeit, nachzuverdichten, aber nicht darüber, ob eher Grünflächen oder bestehende Altgebäude weichen sollen. Es wäre auch zu fragen, ob es sinnvoll sein kann, gar keinen Ausgleich zwischen diesem Zielkonflikt zu schaffen, wenn nämlich Grünflächen Gebäuden weichen müssen, die sich in einem historisierenden Stil dem Gebäudebestand anzupassen versuchen. Man müsste hier darüber nachdenken, Gebäude so zu planen, dass sie die Funktion der Grünflächen mit übernehmen können, die sie überdecken, und neue Gebäude entsprechend zu begrünen.
  • Außer den GRÜNEN sieht offenbar niemand die Notwendigkeit, eine Stadt, die dem Prinzip der „dezentralen Konzentration“ folgt, konsequent nicht für Kraftfahrzeuge, sondern für Fußgänger und Fahrräder zu planen, also für Menschen ohne sie umgebende Blechhaufen. Das bedeutet, dass in sämtlichen kleinteiligen Erschließungsstraßen Schrittgeschwingkeit und in den durchgehenden Gemeindestraßen Tempo 30 vorgeschrieben wird. Ebenso sollte – außer er ist für die ortsansässigen Betriebe absolut notwendig – der Güter- oder Lieferverkehr aus den Straßen der Stadt herausgehalten werden.
  • Schließlich gibt es einen Bedarf an Gebäuden für bestimmte Funktionen: Man braucht einfach eine Stadtbücherei, ein Jugendzentrum, eine Touristeninformation, ganz allgemein einen Ort für soziale Begegnung und Kulturveranstaltungen. Nach dem Grundgedanken der „dezentralen Konzentration“ sollte dieser Ort für möglichst viele Menschen gut zu erreichen sein – auch für die Bewohner*innen der abgelegenen Ortsteile übrigens. Gleiches gilt für den Bahnhof, der die Verbindung zur Metropole Hamburg herstellt, und für die Innenstadt, in der Leben erwünscht ist. Zu diesen Orten muss man kommen können, gegebenenfalls mit dem Auto, und dann muss man dort auch parken können. Deshalb halten wir GRÜNE es für richtig, diese verschiedenen Funktionen möglichst dicht beieinander zu bündeln, und dann eben an der nötigen Stelle auch ein Parkhaus zu errichten. Innenstadt und Bahnhof lassen sich nun einmal nicht verschieben, aber die Standorte für andere Funktionsgebäude müssen dann eben sehr nah daran errichtet werden; Gebäude, die Funktionen der Innenstadt mit übernehmen können außerhalb des Innenstadtbereichs zu planen, ist verfehlt (man denke: ein Geschäftsgebäude am Kreisel Hansestraße/Hamburger Straße.)

Die Zielkonflikte sind vorhanden und lassen sich nicht völlig auflösen, aber der bisherige Ansatz der Mehrheit in der Winsener Politik – immer mehr neue Gebäude überall im Stadtgebiet verteilt zu errichten und dann neue Straßen, Leitungen und was sonst noch so gebraucht wird, zusätzlich dorthin zu verlegen – dieser Ansatz aus den Tiefen des letzten Jahrhunderts wird nicht mehr lange tragen. In Bayern gibt es Gemeinden, in denen die CSU mit dieser Politik bereits das gesamte Gemeindegebiet bebaut hat – diese Orte sind tot, sie haben keinerlei Entwicklungsmöglichkeit mehr. Winsen ist noch weit davon entfernt und mit der Politik der GRÜNEN wird das auch so bleiben!

Weiterlesen »